02.06.2019

AGDF erwartet klares Wort der EKD zu einer Ächtung von Atomwaffen

Dieter Junker
AGDF

Die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) erwartet von der Evangelischen Kirche in Deutschland im Herbst auf der Synode ein klares Wort für eine Ächtung von Atomwaffen. Dies betonte AGDF-Geschäftsführer Jan Gildemeister bei einer Protestaktion von mehreren Friedensgruppen und Organisationen am letzten deutschen Atomwaffenstandort in Büchel in der Eifel.

„In der Friedensdenkschrift von 2007 wird klar bekannt, dass eine Drohung mit Nuklearwaffen aus Sicht evangelischer Friedensethik heute nicht mehr als Mittel legitimer Selbstverteidigung betrachtet werden kann“, betont Jan Gildemeister. Mittlerweile hätten sich auch mehrere evangelische Landeskirchen eindeutig für eine Ächtung von Atomwaffen und den Abzug der Nuklearwaffen aus Deutschland ausgesprochen. „Es ist unbefriedigend, dass es in der EKD friedensethisch eine klare Haltung gibt, dies sich aber bis jetzt nicht in einer eindeutigen politischen Position niederschlägt“, macht der AGDF-Geschäftsführer klar.

Gildemeister verweist dabei auf den Beschluss der Vollversammlung der Ökumenischen Rates der Kirchen 2013 in Busan mit der Forderung nach einer atomfreien Welt, ebenso auch auf Äußerungen von Papst Franziskus, wonach der Besitz von Atomwaffen ethisch nicht vertretbar sei. „Es ist daher an der Zeit, dass auch von der Evangelischen Kirche in Deutschland hier ein klares Wort gesprochen wird“, betont der AGDF-Geschäftsführer.

In seinem Redebeitrag in Büchel verwies Jan Gildemeister auf die kontroverse Diskussion innerhalb der evangelischen Kirche in Deutschland über die Haltung zu Nuklearwaffen, angefangen mit dem Widerstand gegen die Atombewaffnung in den 1950-er Jahren, hin zu den Heidelberger Thesen von 1959, in denen die Drohung mit Atomwaffen als eine noch mögliche christliche Handlungsweise anerkannt wurde. „Mit der Nachrüstungsdebatte spitzte sich dies zu. Während die EKD unter der Bedingung wirksamer Abrüstungsbemühungen eine nukleare Abschreckung als gerade noch vertretbar bezeichnete, gab es auch deutliche Stimmen wie aus dem Reformierten Bund, die ein uneingeschränktes Nein zur Herstellung, Lagerung und Anwendung von Massenvernichtungsmitteln jeder Art betonten“, erklärte der AGDF-Geschäftsführer. Und er unterstrich auch die Beteiligung der AGDF an den damaligen Demonstrationen gegen die Nachrüstung und für eine atomare Abrüstung.

„Mit Spannung darf nun die Positionierung der EKD-Synode, die ja als Friedenssynode tagen wird, erwartet werden“, erklärte Jan Gildemeister. Es sei davon auszugehen, dass in Dresden ein Beschlussvorschlag zu einem Abzug der Atomwaffen und einem Atomwaffenverbot vorliegen werde. „Da ungewiss ist, wie sich die Synode entscheiden wird, ist es wichtig, dass auch von dem Aktionstag von Christinnen und Christen am 7. Juli hier in Büchel ein unübersehbares Signal ausgeht“, macht der AGDF-Geschäftsführer deutlich.