13.11.2019

AGDF enttäuscht über Friedens-Kundgebung der EKD-Synode

Dieter Junker
AGDF

Enttäuscht hat die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) auf die Ergebnisse der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und die dort beschlossene Kundgebung „Kirche auf dem Weg der Gerechtigkeit und des Friedens“ reagiert. „Wir haben uns in entscheidenden Punkten eine deutlichere Sprache und klarere Aussagen gewünscht“, betonte Christine Busch, die Vorsitzende der AGDF.

Zwar begrüße die AGDF ausdrücklich, dass in der Kundgebung der Primat der Gewaltfreiheit betont werde. Ebenso sei es wichtig, dass die Klimagerechtigkeit als eine unabdingbare Voraussetzung für den Frieden in der Welt genannt werde wie auch die europäische Verantwortung für den Frieden. Aber gerade in Bezug auf ein Verbot und die Ächtung von Atomwaffen habe die EKD-Synode enttäuscht, meint Christine Busch.

Die AGDF hatte die Synode im Vorfeld aufgefordert, einen Beschluss zur Ächtung von Atomwaffen zu fassen und die Bundesregierung aufzufordern, umgehend den UN-Atomwaffenverbotsvertrag zu unterzeichnen. „Nun ist nur noch von einer Weiterentwicklung des bereits von vielen Staaten unterzeichneten und ratifizierten Atomwaffenverbotsvertrages und einem weltweiten Moratorium zur Modernisierung der Atomwaffen die Rede. Hier ist die EKD-Synode offensichtlich politisch eingeknickt“, kritisiert AGDF-Geschäftsführer Jan Gildemeister. „Da waren frühere Aussagen der EKD und auch ihrer Repräsentanten viel deutlicher“, so Christine Busch. Auch habe sich die Synode vor einer klaren Forderung nach einem Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland gedrückt, fügt die AGDF-Vorsitzende Busch hinzu.

„Eine EKD, die sich als Kirche auf dem Weg der Gerechtigkeit und des Friedens versteht, müsste sich der Vision eines Lebens ohne Gewalt in der Nachfolge Jesu Christi verpflichtet sehen und alle Anstrengungen für die Prävention von Gewalt und für gewaltloses Handeln unternehmen. Zwei Jahre lang wurde in einem umfangreichen Prozess, für den wir dankbar sind, daran gearbeitet, die Positionen der Friedensdenkschrift von 2007 weiterzuentwickeln. Die jetzige Kundgebung zeigt dies leider nur unzureichend“, bedauerte die AGDF-Vorsitzende Christine Busch.