29.06.2018

Zeichen setzen für ein Verbot von Atomwaffen

Dieter Junker
Evangelische Friedensarbeit
29.06.2018
Evangelische Friedensarbeit

Am Samstag, 7. Juli, wollen Christinnen und Christen aus mehreren Landeskirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland, aber auch aus der katholischen Friedensorganisation Pax Christi, in Büchel am dortigen Bundeswehr-Fliegerhorst ein Zeichen setzen für den Abzug und das Verbot von Atomwaffen.

„Glauben, Gewissen und politische Vernunft bewegen uns, Massenvernichtungswaffen abzulehnen. Wir laden alle Menschen ein, die für den Abzug und das Verbot der Atomwaffen sind, vor dem Fliegerhorst öffentlich und gewaltfrei dafür einzutreten und den Umstieg auf eine friedenslogische Außen- und Sicherheitspolitik zu fordern“, heißt es in dem Aufruf zu diesem Aktionstag. 

Der Aktionstag beginnt am 7. Juli um 11.58 Uhr vor dem Haupttor des Fliegerhorstes Büchel mit einem ökumenischen Gottesdienst, in dem unter anderem der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Renke Brahms (Bremen), die Predigt halten wird.  Weitere Mitwirkende im Gottesdienst sind der geistliche Beirat von Pax Christi, Horst-Peter Rauguth, von der Evangelischen Kirche im Rheinland der Jülicher Superintendent Jens Sannig, Pfarrerin Ruth Misselwitz vom Friedenskreis Pankow, der Beauftragte der Evangelischen Landeskirche in Württemberg für Friedensarbeit, Pfarrer Joachim Schilling, sowie Martin Neukamm, der Leiter der Rummelsburger Brüderschaft.

Ab 13.45 Uhr beginnt das Kulturprogramm  mit Musik und kurzen Ansprachen, moderiert von der badischen Oberkirchenrätin Karen Hinrichs. Sprechen werden der Kernphysiker Dr. Dirk-M. Harmsen aus Karlsruhe zur Modernisierung der in Büchel gelagerten Atombomben. Der ehemalige UN-Diplomat Dr. Hans-Christoph Graf von Sponeck aus Müllheim geht der Frage nach, ob eine deutsche Beteiligung am Atomwaffenverbot politisch machbar ist. 

Heino Falcke (Berlin), früherer Probst in Erfurt, gehörte zu den bekanntesten und profiliertesten Vertretern des Bundes der evangelischen Kirchen in der DDR und war maßgeblich am konziliaren Prozess in der früheren DDR beteiligt. Er wird über die Forderung sprechen, ein Atomwaffenverbot ins Grundgesetz aufzunehmen. Jonathan Ferichs aus Genf stellt im Anschluss die Bemühungen des Ökumenischen Rates der Kirchen und von Pax Christi für das UN-Atomwaffenverbot vor.

Birte Vogel aus Hannover als Vertreterin der mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneten Organisation ICAN, zeigt die nächsten Schritte der Kampagne zur Durchsetzung eines weltweiten Atomwaffenverbots auf.  Der badische Oberkirchenrat Professor Dr. Christoph Schneider-Harpprecht aus Karlsruhe wird in Büchel das von Evangelischen Landeskirche in Baden kürzlich veröffentlichte Szenario „Sicherheit neu denken“ vor. Und zum Abschluss wird Christine Busch, die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF), die Teilnehmer mit einem geistlichen Impuls für das weitere Engagement für ein Atomwaffenverbot ermutigen.

Eingerahmt werden diese Kurzansprachen mit Musik einer südbadischen Gruppe um den Liedermacher Theodor Ziegler sowie Lyrik der Gruppe um Christa Schmaus aus Mutlangen und der Friedensdienstleistenden mit Milena Hartmann aus Karlsruhe. 

Zum Abschluss des kirchlichen Aktionstages ist für gegen 15.15 Uhr eine symbolische Aktion geplant zur Aufforderung an die Bundesregierung, den UN-Atomwaffenverbotsvertrag zu unterzeichnen.