10.11.2018

Wir wollen die EU - als Friedensakteur (10. November 2018)

Dieter Junker
Ökumenische Konsultation Gerechtigkeit und Frieden
10.11.2018
Ökumenische Konsultation Gerechtigkeit und Frieden

Am 25. Mai 2019 finden in den Mitgliedstaaten der Euro-päischen Union (EU) Wahlen zum Europäischen Parlament (EP) statt. Das EP hat sich größere Einflussmöglichkeiten gegenüber dem Rat, den Regierungen in der EU, und der Kommission, der politisch unabhängigen Exekutive der EU,erkämpft und damit seine Bedeutung gesteigert.

Dem entspricht jedoch nicht das Ansehen der EU und sei- nes Parlamentes in großen Teilen der Bevölkerung in den aktuell 27 Mitgliedstaaten - trotz des Friedensnobelpreises 2012 für die Befriedung Europas seit dem zweiten Weltkrieg.Das Vertrauen in die politische Leistungsfähigkeit der EU ist wegen einer Reihe von Krisen (z.B. Umgang mit der sog. Fi-nanzkrise, Unsicherheit von Außengrenzen, Verteilung vonFlüchtlingen, Militarisierung usw.) gefährdet. Ein gängiges Reaktionsmuster ist der Rückzug auf angebliche nationale Interessen.

Diesem Sog wollen sich viele Menschen - und unter ihnen Christinnen und Christen – entgegenstellen. Denn sie wolleneine starke und handlungsfähige EU, weil europäische Nati- onalstaaten das Wohlergehen der 500 Millionen Menschenin der EU und ihre weltweiten Möglichkeiten als Akteurin fürden Frieden nicht gewährleisten können. Das Friedenspo-tenzial der EU muss gestärkt werden!

Deshalb lädt die Ökumenische Konsultation Gerechtigkeit und Frieden (ÖKGF) zu einem Studientag ein, der auf der Grundlage der Charta von Paris (1990) und der Charta Oe- cumenica (2001) zentrale Themen der Zukunft Europas kon- struktiv aufgreifen wird. Vor allem geht es um aktuelle Ent- wicklungen der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik(GASP) der EU. Ein Ergebnis sollen Ideen für Wahlprüfstei- ne und Anregungen für Veranstaltungen mit Kandidaten und Kandidatinnen des EP sein, die sich kritischen Fragen im Vorfeld der Europawahlen stellen.