10.12.2018

WHO: Rund 10.000 Tote im Jemen-Krieg

epd

Genf (epd). Im Jemen-Krieg sind seit März 2015 laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) rund 9.900 Menschen getötet worden. Gleichzeitig hätten rund 60.200 Menschen Verletzungen erlitten, teilte die WHO am Montag in Genf mit. Insgesamt seien somit bis Ende Oktober 2018 mehr als 70.000 Kinder, Frauen und Männer zu Opfern der Gewalt geworden.

Unter den Toten sind den Angaben zufolge 849 Kinder. Rund 9.200 Jungen und Mädchen wurden verletzt. Laut der WHO war 2015 das Jahr mit den meisten Toten und Verletzten. Die Zahlen stammen von Gesundheitseinrichtungen im Jemen, die Dunkelziffer könnte wesentlich höher liegen.

Im Jemen kämpfen die Regierung und eine Militärkoalition unter Führung von Saudi-Arabien gegen Huthi-Rebellen, die vom Iran unterstützt werden. Als Hoffnungszeichen gilt unterdessen, dass in Schweden seit 6. Dezember Friedensgespräche unter Vermittlung der UN stattfinden.

Nach Angaben des Deutschen Roten Kreuzes haben von den 27 Millionen Menschen, die im Jemen leben, rund 18 Millionen nicht genug zu essen. Etwa drei Millionen Frauen und Kinder gelten als akut unterernährt. Rund 15 Millionen Jemeniten haben demnach keinen Zugang zu einfachster medizinischer Versorgung. Wegen der Kämpfe ist eine Versorgung der Menschen oft unmöglich. "Brot für die Welt"-Präsidentin Füllkrug-Weitzel sagte, die deutsche Rüstungsexportkontrolle sei zu schwach, und es finde keine effektive Endverbleibskontrolle der exportierten Waffen statt. "Die Bundesregierung muss sich minimal an ihre selbstgesetzten Grundsätze halten und keine Rüstungsgüter mehr in Kriegs- und Krisengebiete und an Staaten, die Menschenrechte verletzen, exportieren", verlangte sie.