29.06.2018

Militärbischof: Soldaten als "Gottes geliebte Geschöpfe" sehen

epd

Veitshöchheim (epd). Aufgabe der Militärseelsorge ist es nach Ansicht des evangelischen Militärbischofs Sigurd Rink, "Soldatinnen und Soldaten als Gottes geliebte Geschöpfe zu sehen". Bei einem Festgottesdienst zum 50-jährigen Bestehen der evangelischen Militärseelsorge am Bundeswehr-Standort in Veitshöchheim bei Würzburg erinnerte er am Freitag an Wolf Graf Baudissin. Der deutsche Offizier war geistiger Vater der Inneren Führung, also dem Leitbild des Soldaten als "Staatsbürger in Uniform". Baudissin zufolge müsse die Militärseelsorge erkennbar machen, "dass Soldaten 'noch einen anderen Herrn haben'", zitierte Bischof Rink.

Der in die militärische Hierarchie eingefügte Mensch solle sich noch "anders" verstehen als in der Logik des "Auftrags", erläuterte Rink am Freitag in der Balthasar-Neumann-Kaserne: "Von Gott her, dem letzten Richter, der sich in Jesus Christus als unbedingt liebevoll gezeigt hat." Rink sagte, er habe in vielen Begegnungen erfahren dürfen, dass es in der Bundeswehr hoch geschätzt werde, dass es sich "mit dem Pfarrer" anders spricht. Die Unabhängigkeit der Militärseelsorge zu unterstützen, gehöre "zur guten Führungskultur unserer Armee". Er freue sich, dass in Veitshöchheim ein engagiertes Team zum Wohl der Soldaten wirke.

Auch Veitshöchheims Bürgermeister Jürgen Götz dankte Militärpfarrer Johannes Müller und Pfarrhelfer Markus Schach für ihr Engagement, das über die Kasernengrenzen hinaus in die "bürgerliche Welt" wirke. Auch vom Standortkommandanten der 10. Panzerdivision, Generalmajor Bernd Schütt, kamen Glückwünsche zum 50-jährigen Bestehen. Er danke "für die persönliche Betreuung und die erwiesene Fürsorge", die Pfarrer und Pfarrhelfer der Truppe "alltäglich zugutekommen lassen".