01.12.2018

Landeskirche Hannovers fördert Friedensorte

Benjamin Simon-Hinkelmann
Evangelisch-Lutherische Landeskirche Hannovers

Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers fördert erstmals sechs Friedensorte in der Landeskirche. Aus dem Fonds Friedenswege erhalten sie eine Fördersumme von insgesamt 580.000 Euro. Die Friedensorte machen Bildungsangebote für unterschiedliche Altersgruppen und übernehmen für Kirchenkreise und Sprengel stellvertretende Aufgaben im Rahmen der Friedensarbeit. Durch die Verbindung der Orte soll eine vernetzte und strukturierte Friedensarbeit in der Landeskirche entstehen.

Gefördert werden die folgenden sechs Friedensorte:

  • Die Dokumentationsstätte Gnadenkirche Tidofeld e. V.
  • Gedenkstätte Lager Sandbostel
  • Woltersburger Mühle e. V. Uelzen
  • CVJM Freizeit- und Jugendbildungsstätte „Anne-Frank-Haus“
  • Antikriegshaus Sievershausen
  • Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt

Superintendent Ottomar Fricke (Walsrode), Vorsitzender Ausschusses für Mission und Ökumene der Landessynode und des Vergabeausschusses für den Fonds Friedenswege sagt: „Ich freue mich sehr, dass wir bei der Initiative der Landessynode für eine Kirche des gerechten Friedens jetzt einen wichtigen Schritt machen: Die ausgewählten „Begegnungsorte des Friedens“ werden helfen, die Themen Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung ganz konkret bis in die Gemeindeebene hinein zu stärken.“

Oberlandeskirchenrat Rainer Kiefer, der im Landeskirchenamt für die Friedensarbeit zuständig ist, sagt: „Indem die Landeskirche Friedensorte fördert, setzt sie ein wichtiges Zeichen auf dem Weg zu einer Kirche des gerechten Friedens. Ich freue mich über die interessanten Begegnungsmöglichkeiten und Bildungsangebote in den Regionen der Landeskirche und über das haupt- und ehrenamtliche Engagement, das für Zukunft der Friedensorte von entscheidender Bedeutung ist.“

Bewerben konnten sich Kirchengemeinden, Kirchenkreise und kirchliche Institutionen, in denen ein „Begegnungsort des Friedens“ entsteht oder ausgebaut wird. Grundsätzlich ist auch die Bewerbung von Einrichtungen außerhalb der verfassten Kirche möglich, wenn diese in enger Kooperation mit der Landeskirche arbeiten.

Die Förderung der Friedensorte geht auf Beschlüsse der Landessynode der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers zurück. Das Kirchenparlament hatte bei seiner Tagung in Osnabrück im November 2016 einstimmig das Wort der Landessynode „Auf dem Weg zu einer Kirche des gerechten Friedens“ verabschiedet. Darin schließt sich die Landeskirche dem friedensethischen Prozess „Kirche des gerechten Friedens“ an, in dem die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), viele Landeskirchen, die Katholische Kirche und weitere Kirchen in der weltweiten Ökumene mitarbeiten.

Als Ziel wurde für die Landeskirche Hannovers formuliert „Schritte zu Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung in den Kirchengemeinden, Kirchenkreisen und Einrichtungen der Landeskirche zu verstärken und ins Zentrum des kirchlichen Bewusstseins und Handelns“ zu rücken. Die Landessynode regte außerdem an, in der Landeskirche „besondere Orte als geistliche und kommunikative Zentren für die Themen des gerechten Friedens zu stärken“.

Im November 2017 verabschiedete die Landessynode ein Konzept für die Friedensorte und es wurden 600.000 Euro für die Förderung bereitgestellt. Im Rahmen der Haushaltsplanungen der Landeskirche für die Jahre 2019 und 2020 wird über die Freigabe weiterer Mittel für den Fonds entschieden.