15.11.2018

Kirchlicher Friedensbeauftragter fordert Ächtung automatischer Waffen

epd

Bremen/Bonn (epd). Der evangelische Friedensbeauftragte Renke Brahms hat vor den Gefahren einer zunehmenden Digitalisierung und Automatisierung kriegerischer Waffen gewarnt. "Es ist höchste Zeit, dass es möglichst bald zu einer internationalen Ächtung automatischer Waffensysteme kommt", forderte Brahms am Donnerstag in Bonn aus Anlass der laufenden Ökumenischen Friedensdekade. "Unsere Antwort auf einen Krieg 3.0 muss Frieden 3.0 sein. Dazu gehört der klare Vorrang für Zivil und Prävention", betonte der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Die bundesweite Ökumenische Friedensdekade wird seit 1980 ausgerichtet und steht in diesem Jahr unter dem Leitthema "Krieg 3.0". Sie hat am Sonntag begonnen und soll bis zum Buß- und Bettag (21. November) den Blick auf neue Waffentechnologien wie Drohnen und Killerroboter lenken. 

Er sei dankbar, dass dieses Thema aufgegriffen worden sei, betonte Brahms, der auch leitender Geistlicher der Bremischen Evangelischen Kirche ist. Im August 2017 haben sich seinen Worten zufolge mehr als 100 namhafte IT-Experten in einem offenen Brief an die Vereinten Nationen für ein Verbot der Killerroboter ausgesprochen: "Mit ihnen würde nach der Erfindung des Schießpulvers und der Atomwaffen die dritte Revolution der Kriegsführung beginnen."

"Die Digitalisierung macht uns auch in unserem Alltag angreifbar", ergänzte Brahms. Kriminelle nutzten diese Möglichkeiten, um staatliche und zivile Infrastrukturen anzugreifen. Darauf müsse die Politik antworten und sich verteidigen. Dies sei aber nicht automatisch eine Sache des Militärs. Eine Aufrüstung im Cyber-Raum müsse menschliche Sicherheit im Sinne eines Zivilschutzes in den Fokus rücken.

Der Friedensbeauftragte hofft auf eine große Beteiligung der Kirchengemeinden an der Dekade: "Es ist wichtig, dass viele auf diese zunehmenden Gefahren der Digitalisierung und deren Auswirkungen auch in der Sicherheitspolitik aufmerksam werden."