09.09.2018

Jemen-Friedensgespräche in Genf vorerst gescheitert

epd

Genf (epd). Die in Genf geplanten Konsultationen mit Huthi-Rebellen über ein Ende des Kriegs im Jemen sind gescheitert. Trotz umfangreicher Bemühungen sei es nicht gelungen, die Huthi-Delegation in die Schweiz zu holen, räumte der UN-Sondergesandte für den Jemen, Martin Griffiths, am Samstag ein. Das bedeute aber kein Scheitern der Friedensbemühungen. Mit der jemenitischen Regierung seien in den vergangenen Tagen fruchtvolle Diskussionen geführt worden. Griffiths will nun nach Maskat und Sanaa reisen, um mit Vertretern der Huthi-Rebellen zu sprechen und ein nächstes Treffen zu vereinbaren.

Unterdessen berichtete der arabische Nachrichtensender al-Dschasira, im Jemen hielten die Demonstrationen für und gegen die von Saudi-Arabien gestützte Regierung an. Der Unmut entzünde sich vor allem an der miserablen wirtschaftlichen Lage in dem verarmten Land. Auch in der von den Huthi-Rebellen kontrollierten Hauptstadt Sanaa hätten die Proteste zugenommen. Laut al-Dschasira behaupteten die Huthi-Rebellen, Saudi-Arabien habe ihnen keine Erlaubnis für den Flug nach Genf gegeben.

Jemens Außenminister Chaled Al-Jamani warf den Huthi-Rebellen vor, die Konsultationen in Genf bewusst sabotiert zu haben. Ähnlich habe die Gruppe bereits in der Vergangenheit gehandelt. Al-Jamani widersprach Griffiths' Äußerungen, die Huthi-Delegation habe an den Gesprächen teilnehmen wollen. Zugleich stellte der Außenminister sich hinter den angestrebten Friedensprozess und die Bemühungen des UN-Sondergesandten. Es sei klar, dass es für den Krieg im Jemen keine militärische Lösung gebe und Verhandlungen der einzige Weg zum Frieden seien.

Griffiths betonte die Bedeutung konkreter Schritte, um das Leben der Menschen im Jemen zu verbessern. So habe er mit der Regierung sowohl über humanitäre Zugänge wie auch über die Wiedereröffnung des Flughafens von Sanaa gesprochen, damit Schwerverletzte aus der Stadt ausgeflogen werden könnten. Sanaa wird von den Rebellen kontrolliert. Der Flughafen ist seit 2016 geschlossen, weil die regierungstreue Militärkoalition unter der Führung Saudi-Arabiens den Luftraum für den zivilen Luftverkehr gesperrt hat. Die Huthi-Rebellen werden vom Iran unterstützt.

Die Regierung und die Rebellen führen seit März 2015 Krieg gegeneinander. Die Zahl der Toten und Verletzten wird auf mehr als 17.000 geschätzt. Den UN zufolge sind drei Viertel der Bevölkerung, 22 Millionen Menschen, auf humanitäre Hilfe angewiesen. Unter ihnen sind 2,9 Millionen akut mangelernährte Frauen und Kinder. UN-Ermittler machen die saudische Militärkoalition für Kriegsverbrechen verantwortlich. So bombardiere sie Wohngebiete, Märkte, Beerdigungen, Krankenhäuser und andere zivile Ziele.