13.12.2018

EKD-Friedensbeauftragter warnt EU vor Entwicklung zur Militärmacht

epd

Bonn (epd). Der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Renke Brahms, hat die Europäische Union zu mehr Engagement für friedliche Mittel der Konfliktlösung aufgerufen. Die EU entwickle sich offenbar immer mehr zur Militärmacht, während zivile Mittel eher geschwächt oder zunehmend vernachlässigt würden, erklärte Brahms am Mittwochabend in Bonn anlässlich der Beratungen zum Europäischen Verteidigungsfonds im Rahmen des mehrjährigen Finanzrahmens der EU.

Der Friedensbeauftragte warnte vor einem stärkeren Fokus auf militärische und polizeiliche Sicherheit. Mit Maßnahmen wie der erstmaligen Einführung eines europäischen Verteidigungshaushaltes entwickle sich eine permanente sicherheitspolitische Zusammenarbeit. "Das alles läuft auf eine deutliche Veränderung der EU hinaus", erläuterte Brahms und verwies auf die Rolle als bisherige Friedensmacht und den Einsatz für zivile Methoden der Konfliktbearbeitung.

Zudem kritisierte er, dass die Ausgaben für zivile Krisenprävention und Friedenskonsolidierung zurückgefahren würden. Der leitende Geistliche der Bremischen Evangelischen Kirche plädierte dafür, Programme zur Resozialisierung von Kindersoldaten und Beseitigung von Landminen weiterhin zu fördern. "Es wäre an der Zeit, die EU würde diese zivilen Instrumente weiter ausbauen und nicht den Aufbau einer militärischen Komponente forcieren", betonte der Friedensbeauftragte.