21.10.2018

Atomwaffengegner warnen vor unkontrollierbarem Wettrüsten

epd

Berlin (epd). Die Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (Ican) hat die Bundesregierung zur Vermittlung im Streit zwischen den USA und Russland aufgefordert. Zugleich kritisierte die Organisation die jüngste Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, den INF-Vertrag zur Kontrolle von Mittelstreckenraketen zu verlassen. Damit öffne Trump die Türen für ein unkontrolliertes atomares Wettrüsten zwischen den USA und Russland, erklärte Johannes Mikeska, Mitglied im Vorstand von Ican Deutschland, am Sonntag in Berlin. Das bedrohe massiv die Sicherheit der Menschen in Europa. "Daher muss die Bundesregierung nun dringend zwischen den USA und Russland vermitteln", sagte Mikeska.

Der im Jahr 1987 geschlossene INF-Vertrag verbietet unter anderem Entwicklung, Stationierung und Tests von landgestützten nuklearen Raketen und Marschflugkörper mit einer Reichweite von bis zu 5.500 Kilometern und führte zu einer umfänglichen Abrüstung dieser Systeme in Europa. Allerdings werfen sich USA und Russland mittlerweile gegenseitig vor, gegen den Vertrag zu verstoßen. Nun will Trump das Abkommen aufgeben. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte in der vergangenen Woche mit dem Einsatz von Atomwaffen im Falle eines Angriffs auf sein Land gedroht.

Ican wurde 2017 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Das Netzwerk mit Hauptsitz in Genf umfasst Organisationen in 100 Ländern.