22.02.2018

Appell für Atomwaffenverbot im Grundgesetz

epd

Berlin (epd). In einem ökumenischen Aufruf haben friedensengagierte Christen aus Ost und West die Aufnahme eines Atomwaffenverbotes ins Grundgesetz gefordert. "Wir lehnen die Politik der atomaren Teilhabe Deutschlands ab", heißt es in dem am Donnerstag in Berlin verbreiteten Appell. Weiter wird darin der Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland gefordert. "Wir werden in Zukunft keine Partei in Deutschland wählen, die sich nicht für den Beitritt zu dem UN-Vertrag zum Verbot von Atomwaffen ernsthaft einsetzt", heißt es in dem Aufruf. 

Weiter erklären die Unterzeichner: "Wir wissen, dass die Ökumenische Bewegung und der sie wesentlich tragende Weltrat der Kirchen nicht mehr populär sind in unserem Land, nicht einmal in unseren Kirchen. Wir aber wollen, auch siebzig Jahren nach ihrer Gründung, nicht auf ihre Stimme verzichten." Die Kirchen riskierten als unglaubwürdig wahrgenommen zu werden, wenn sie die Bundesregierung nicht deutlich dazu auffordern, sich Abrüstungsinitiativen im Rahmen der Vereinten Nationen nicht länger zu verweigern. 

Unterzeichner des Aufrufs sind unter anderem die frühere Brandenburger Ausländerbeauftragte Almuth Berger, der frühere Erfurter Propst Heino Falcke, der Schweriner Bürgerrechtler Heiko Lietz, die frühere Berliner Pfarrerin Ruth Misselwitz, der frühere SPD-Politiker Hans Misselwitz sowie der ehemalige Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen, Konrad Raiser, und seine Frau Elisabeth.