26.05.2017

Von der Leyen: Auslandseinsätze unverzichtbar

epd

Berlin (epd). Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat auf dem evangelischen Kirchentag in Berlin ein klares Bekenntnis zu Auslandseinsätzen der Bundeswehr abgelegt. In einem von Friedensaktivisten mehrfach unterbrochenen Bittgottesdienst mit dem evangelischen Militärbischof Sigurd Rink sagte von der Leyen, sie sei sich bewusst, dass durch Militäreinsätze allein kein Frieden geschaffen werden könne: "Aber wir können uns durch Handeln ebenso schuldig machen wie durch Nicht-Handeln."

Die CDU-Politikerin rief dazu auf, aus einer christlichen Haltung heraus Verantwortung zu übernehmen. Friedenstiften könne sich nicht mit dem Erdulden von Unrecht, Machtmissbrauch und Gewalt begnügen. Deutschland und Europa müssten mutig eintreten "für die Prinzipien, die uns so eine lange Phase des Friedens geschenkt haben". 

Das Militär könne dazu beitragen, die Schwächsten zu schützen und sie im Notfall mit dem Leben zu verteidigen, führte die Ministerin aus. Solche Einsätze könnten Zeit schaffen für Versöhnung und Wiederaufbau.

Militärbischof Rink sagte, die Friedensbotschaft Jesu gelte auch den Menschen in der Bundeswehr, die verunsichert seien oder eine überzeugende Begründung für ihren Dienst nicht immer sehen könnten. Die Friedensbotschaft stärke dazu, "in Konflikten fantasievolle Wege zu suchen und sie mutig zu gehen".

Eine Gruppe von Friedensaktivisten störte den Gottesdienst massiv: Zwei junge Frauen hängten sich mit Bergsteigergeschirr an die Empore, riefen Parolen, warfen Flugblätter und enthüllten ein Transparent. Zwei weitere Frauen, die ein Transparent mit der Aufschrift "Keine Drohnen für die Bundeswehr" trugen, bat von der Leyen während ihrer Dialogpredigt mit Rink zu sich neben den Altar.