28.12.2017

Militärbischof Rink: Mein Großvater hat mich "gerettet"

epd

Hamburg (epd). Der evangelische Militärbischof Sigurd Rink ist nach dem frühen Tod seiner Mutter vom Großvater entscheidend für sein späteres Leben beeinflusst worden. "Mein Großvater hat nicht nur meine Berufswahl, sondern mein Denken entscheidend geprägt", sagte Rink dem "Zeit-Magazin". Er sei ein "fantastischer Zuhörer" gewesen, erinnert sich der 57 Jahre alte evangelische Theologe. "Nur das Passivrauchen war vielleicht nicht so gesund", sagte Rink mit Verweis darauf, dass er mit seinem Großvater oft in dessen Studierzimmer gesessen und dieser ihn mit Zigarrenqualm eingenebelt habe.

Seine Mutter sei gestorben, als er 13 Jahr alt war, berichtete Rink. So oft es nur ging, sei er danach von Frankfurt am Main aus zu seinem Großvater mütterlicherseits, der von Beruf Pfarrer war, ins westfälische Soest gefahren. "Er war schon an die 90, hörte schwer, sah nichts, aber er war ganz für mich da", sagte Rink, der seit 2014 das Amt des Militärbischofs bekleidet. Für alle seine Sorgen habe sein Großvater ein offenes Ohr gehabt. "Es hat mich, wenn Sie wollen, gerettet", sagte Rink: "Mir half ein Greis, der scheinbar nur noch seine Rente verzehrt. Das hat mich über Wert und Würde des Menschen belehrt."