03.11.2017

Kiel feiert 100 Jahre Matrosenaufstand

epd

Kiel (epd). Die Stadt Kiel will im kommenden Jahr mit rund 40 Veranstaltungen an den Kieler Matrosenaufstand von 1918 erinnern. "Wir wollen an die mutigen Matrosen, Arbeiterinnen und Arbeiter erinnern, die für eine friedlichere und freiheitlichere Gesellschaft aufgestanden sind", sagte Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) am Freitag. Aber auch der Bezug zur Gegenwart sei Thema der Jubiläumsfeiern. "Wir wollen deutlich machen, dass der Kampf für eine Demokratie niemals endet", so Kämpfer.  

Zentrale Orte der Meuterei können in einem 8,5 Kilometer langen Stadtrundgang besichtigt werden. Zu den Stationen gehören der Platz der Kieler Matrosen, das Gewerkschaftshaus und das aus Granitsäulen bestehende Denkmal "Wik", das seit 1982 an den Beginn des Aufstands erinnert.

Neben Vorträgen, Konzerten und Theaterstücken ist eine Sonderausstellung mit dem Titel "Die Stunde der Matrosen - Kiel und die deutsche Revolution 1918" geplant, die vom 6. Mai 2018 bis zum 3. März 2019 im Kieler Schifffahrtsmuseum zu sehen sein wird. Außerdem soll eine Postkarten- und Plakatkampagne im Illustrationsstil der 1910er und 1920er Jahre auf das Jubiläum hinweisen, aber auch Kieler abbilden, die sich heute mutig für eine Sache einsetzen. Unternehmen und Verbände sind aufgerufen, Menschen für diese Aktion vorzuschlagen.

Mit dem Matrosenaufstand begannen im November 1918 in Kiel die revolutionären Umbrüche, die zur Abdankung des Kaisers und zur Gründung der Weimarer Republik führten. Im Oktober 1918 wurde klar, dass der Krieg für das Deutsche Reich verloren war. Dennoch entschied die Seekriegsleitung eigenmächtig, die in Wilhelmshaven liegende Hochseeflotte zu einer letzten Schlacht gegen England auslaufen zu lassen. 

In Wilhelmshaven leisteten Matrosen schon Ende Oktober 1918 Widerstand. Um die Situation zu entschärfen, wurde das III. Geschwader der Marine nach Kiel verlegt. Mit der Ankunft an den Holtenauer Schleusen am 1. November begann der Kieler Matrosenaufstand. Am 9. November erfasste die Revolution schließlich Berlin, und der Thronverzicht Kaiser Wilhelms II. wurde bekanntgegeben.