17.11.2017

Friedenspfarrer Friedhelm Schneider bleibt EBCO-Präsident

epd

Bonn/Mannheim (epd). Der Friedenspfarrer Friedhelm Schneider aus Mannheim bleibt Präsident des Europäischen Büros für Kriegsdienstverweigerung (EBCO). Der Theologe und langjährige Leiter der Arbeitsstelle Frieden und Umwelt der Evangelischen Kirche der Pfalz wurde bei der EBCO-Mitgliederversammlung im zyprischen Nikosia für weitere drei Jahre ins Amt gewählt, wie der Verein für Friedensarbeit im Raum der Evangelischen Kirche in Deutschland am Freitag in Bonn mitteilte. Schneider, der die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) bei EBCO vertritt, ist seit 2011 der Präsident der europäischen Nichtregierungsorganisation, in der sich Mitgliedsverbände aus 20 europäischen Ländern organisieren.

Die Mitgliederversammlung beklagte zudem die zunehmende Verschlechterung der Situation von Kriegsdienstverweigerern in vielen europäischen Ländern - etwa in der Ukraine oder in Litauen, wo die Wehrpflicht wieder eingeführt wurde. Die EBCO-Delegierte beim Europäischen Jugendforum, Martina Lanza, forderte junge Menschen in Europa auf, sich gegen die Wehrpflicht zusammenzuschließen und von ihren Regierungen mehr Investitionen in Bildung, Forschung, Soziales und Kultur statt ins Militär zu fordern. Sie kritisierte in diesem Zusammenhang, dass noch in 17 Staaten des Europarates die Wehrpflicht bestehe.

EBCO wurde 1979 in Brüssel als Dachverband für nationale Verbände von Kriegsdienstverweigerern in Europa gegründet, um das Recht auf Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen als Menschenrecht zu fördern. Jedes Jahr veröffentlicht EBCO einen Jahresbericht zur Situation der Kriegsdienstverweigerung in Europa. Es ist die umfassendste Veröffentlichung ihrer Art.