25.04.2017

CDU zeigt Solidarität mit entführten Bischöfen in Syrien

epd

Heidelberg/Hannover (epd). Die CDU-Fraktion im niedersächsischen Landtag hat ihre Solidarität mit zwei orthodoxen Bischöfen in Syrien bekundet, die vor vier Jahren entführt wurden. Fraktionschef Björn Thümler verlangte am Dienstag in Hannover eine sofortige Freilassung der beiden Theologen. "In Staaten, in denen islamistische Terroristen gegen ethnische und religiöse Minderheiten vorgehen, sind Christen in besonderer Gefahr", sagte er bei einem Treffen mit Vertretern des Bundesverbandes der Aramäer in Deutschland. Vertreter des in Heidelberg ansässigen Verbandes betonten, eine Freilassung der Bischöfe würde den Christen in Syrien neue Hoffnung geben.

Der syrisch-orthodoxe Erzbischof Mor Gregorios Yohanna Ibrahim und der griechisch-orthodoxe Erzbischof Boulos (Paul) Yazigi waren am 22. April 2013 bei Aleppo von islamistischen Kämpfern verschleppt worden. Seitdem gibt es kein Lebenszeichen von ihnen. Sie hatten sich für die Freilassung von Geiseln, Frieden, den interreligiösen Dialog und das friedliche Zusammenleben in Syrien eingesetzt. Dafür wurden sie 2014 in Abwesenheit mit dem Menschenrechtspreis der Stadt Weimar geehrt.

Es sei erschütternd, dass das Schicksal der beiden Erzbischöfe noch immer ungeklärt sei, sagte Thümler. Er will sich bei der Bundesregierung dafür einsetzen, dass die Hilfsprogramme für die Christen in Syrien fortgesetzt werden.

Der Vorsitzende des Bundesverbandes, Daniyel Demir, appellierte an die Christen in Deutschland und Europa, die beiden Bischöfe nicht zu vergessen. "Solange wir nicht wissen, wo sie sind, werden wir weiterkämpfen." Das Schicksal der Christen sei ein "Gradmesser" für die Religionsfreiheit in der Region, betonte Demir. "Es kann uns nicht unberührt lassen, wenn wir sehen, dass der christliche Exodus aus diesen Ländern fast vollendet ist."

Der syrisch-orthodoxe Erzbischof in Deutschland, Mor Philoxenus Mattias Nayis, hofft weiter auf ein Lebenszeichen der beiden Entführten. Ihre Rückkehr könne eine "Aufbruchstimmung" erzeugen und dazu beitragen, dass viele Christen nicht flüchteten, sondern im Land blieben. "Das Urchristentum im Nahen Osten muss erhalten bleiben", betonte Nayis, dessen Erzdiözese ihren Sitz im Sarug Kloster im westfälischen Warburg hat.

Nach Angaben des Bundesverbandes der Aramäer lebten in Syrien bis vor dem Krieg rund zwei Millionen Christen, das entsprach rund einem Zehntel der Gesamtbevölkerung. Heute seien es noch deutlich weniger als eine Million. In Deutschland leben inzwischen etwa 150.000 Christen aus Syrien, in der EU insgesamt bis zu 350.000. Doch viele christliche Flüchtlinge dächten daran, zurückzukehren, hieß es. Viele hätten bis kurz vor dem Krieg Häuser in ihrer Heimat gebaut.