22.03.2017

Anerkennung von Soldatin als Kriegsdienstverweigerin rechtskräftig

epd

Würzburg (epd). Die Anerkennung einer 27-jährigen Zeitsoldatin der Bundeswehr als Kriegsdienstverweigerin ist rechtskräftig. Das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben, das für die Kriegsdienstverweigerungen von Zeit- und Berufssoldaten zuständig ist, bestätigte der jungen Frau inzwischen die Anerkennung, dieses Dokument ist unanfechtbar. Bereits am 21. Februar hatte das Verwaltungsgericht Würzburg den Bund dazu verpflichtet, die Verweigerung anzuerkennen. (AZ: W 1 K 16.589)

Der Bund hätte die Möglichkeit gehabt, Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil einzureichen. Das ist mit der Anerkennung als Kriegsdienstverweigerin nun aber hinfällig.

Die heute 27-Jährige hatte ab 2009 über die Bundeswehr an der Uni Würzburg Medizin studiert und sich im Gegenzug 17 Jahre als Soldatin verpflichtet. Im Laufe der Ausbildung, vor allem aber durch persönliche Schicksalsschläge in der Familie, entfremdete sich die junge Frau nach eigenen Aussagen immer mehr von der Bundeswehr und sah sich nicht mehr zu einem Dienst an der Waffe fähig. Nach Auffassung der Richter lag mit einem "hohen Grad an Wahrscheinlichkeit" eine Gewissenentscheidung vor.