11.04.2016

Volksabstimmung in sudanesischer Krisenprovinz Darfur

epd

Genf/Khartum (epd). Im westsudanesischen Darfur hat am Montag eine Volksabstimmung über eine mögliche Neuordnung der Krisenprovinz begonnen: Bis zum Mittwoch können die Bewohner entscheiden, ob aus den fünf Regionen ein einziger Bundesstaat werden soll. Das Referendum ist Teil eines Friedensprozesses zwischen der sudanesischen Regierung und Rebellen, die sich von der Neuordnung mehr Eigenständigkeit versprechen. Der Urnengang selbst wird von den Rebellengruppen wegen der anhaltenden Gewalt und der fehlenden Registrierung vieler Flüchtlinge jedoch kritisiert. Das US-Außenministerium nannte die Abstimmung unglaubwürdig.

Zuletzt hatten die Kämpfe in Darfur wieder zugenommen. Nach UN-Angaben flohen in den vergangenen Wochen mindestens 140.000 Menschen. Der sudanesische Präsident Omar al-Baschir hat die Zahl ebenso zurückgewiesen wie Berichte über Luftangriffe und heftige Gefechte mit Rebellen. Seit dem Ausbruch des Bürgerkriegs 2003 sind in Darfur schätzungsweise 300.000 Menschen getötet worden. Mehr als 2,5 Millionen Flüchtlinge leben in Lagern.

Der sudanesischen Armee wird seit Beginn des Konflikts ein brutales Vorgehen vorgeworfen. Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag hatte Ermittlungen gegen al-Baschir wegen Völkermordes und Kriegsverbrechen in Darfur aufgenommen, sie Ende 2014 wegen mangelnder Unterstützung der Staatengemeinschaft aber auf Eis gelegt.