17.04.2016

UN-Bericht: Hunderte Zivilisten in Afghanistan getötet

epd

Kabul (epd). Mit der Ausweitung der Kämpfe in den Städten Afghanistans werden immer mehr Frauen und Kinder Opfer des Konfliktes. Von Januar bis März kamen 161 Kinder ums Leben, 29 Prozent mehr als in den ersten drei Monaten des Jahres 2015, wie die Mission der Vereinten Nationen in Afghanistan (UNAMA) in einem am Sonntag veröffentlichten Bericht bekanntgab. 

Nach Angaben der Organisation hat der Konflikt zwischen den aufständischen Taliban und der vom Westen gestützten Regierung am Hindukusch im ersten Quartal dieses Jahres rund 600 Zivilisten das Leben gekostet. Die Zahl der Verletzten lag bei 1.343. "Wenn die Kämpfe in der Nähe von Schulen, Spielplätzen, Häusern und Kliniken weitergehen, dann wird die Zahl der getöteten und verletzten Kinder nicht abnehmen", erklärte die UNAMA-Menschenrechtsbeauftragte Danielle Bell.

Während die Zahl der Toten verglichen mit dem ersten Quartal 2015 rückläufig ist (minus 13 Prozent), stieg die Zahl der Verwundeten in diesem Jahr um elf Prozent. Von Januar bis März 2016 kamen 52 Frauen bei Kriegshandlungen ums Leben, 143 wurden verletzt. Das waren jeweils fünf Prozent mehr tote und verletzte Zivilistinnen als im gleichen Zeitraum 2015.

Seit dem Ende der Nato-Kampfmission im Dezember 2014 haben sich die Bodenkämpfe zwischen der afghanischen Armee und den Taliban intensiviert, zulasten der Bevölkerung. Angriffe der Taliban auf städtische Zentren haben ebenfalls zugenommen. Derzeit ist die nordafghanische Stadt Kundus, wo die Bundeswehr lange ein Feldlager unterhielt, wieder hart umkämpft. Die Taliban hatten die fünfgrößte Stadt Afghanistans im Herbst 2015 einige Wochen unter ihrer Kontrolle. Vor wenigen Tagen hatten die Aufständischen den Beginn ihrer Frühjahrsoffensive gegen die Regierungstruppen angekündigt.