11.09.2016

Tote und Verletzte bei Zusammenstößen in Kaschmir

epd

Neu-Delhi (epd). Kein Ende der Gewalt in Kaschmir: Bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei sind am Wochenende zwei Menschen getötet und mehr als 120 verletzt worden, wie die Zeitung "Indian Express" am Sonntag berichtete. Die Sicherheitskräfte setzten Gummigeschosse und Tränengas im Süden des von Indien kontrollierten Kaschmir-Tals ein. Am Sonntag begann das wichtige islamische Opferfest, Eid al-Adha. Bei den seit mehr als 60 Tagen anhaltenden Unruhen in Kaschmir sind bislang 78 Menschen getötet und mehr als 4.000 verletzt worden.

Am Freitag hatte ein patriotisches Gedicht auf einem offiziellen Twitter-Kanal der Regierung in Neu-Delhi für Empörung gesucht, in dem indische Soldaten angehalten wurde, die Einwohner Kaschmirs solange "nach Herzenslust" zu töten, bis diese sich zu Indien bekennen. Der provokante Beitrag wurde später gelöscht.

Kaschmir ist seit sechs Jahrzehnten ein Zankapfel zwischen Indien und Pakistan. Bereits drei Kriege haben die beiden Atommächte um das Gebiet im Himalaya-Gebirge geführt. Als Grenze dient die Waffenstillstandslinie aus dem indo-pakistanischen Krieg von 1947. Ende der 1980er Jahre begannen Separatisten im indisch kontrollierten Teil Kaschmirs den bewaffneten Kampf gegen die indische Herrschaft - bei dem Konflikt starben bislang über 68.000 Menschen. Auch in den Sommern 2008 und 2010 gab es Aufstände im Kaschmir-Tal. Doch nie dauerte die Ausgangssperre so lange wie in diesem Jahr.