17.04.2016

Theologe: Frieden braucht internationale Rechtsordnung

epd

Bremen/Den Haag (epd). Anlässlich des 70-jährigen Bestehens des Internationalen Gerichtshofs hat der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Renke Brahms, die Bedeutung des Rechts als Grundlage eines gerechten Friedens betont. "Eine Weltfriedensordnung muss auch eine Rechtsordnung sein", sagte der leitende Bremer Theologe am Samstag.

Am 18. April 1946 trat in Den Haag zum ersten Mal der Internationale Gerichtshof zusammen. Er war von den Vereinten Nationen 1945 als Nachfolger des 1922 entstandenen Ständigen Internationalen Gerichtshofs ins Leben gerufen worden.

Brahms betonte, Gerichte wie der Internationale Gerichtshof, aber auch der Internationale Strafgerichtshof, seien wichtig, um Konflikte friedlich zu lösen und gültige Normen für die Völkergemeinschaft zu etablieren. Zugleich kritisierte er, dass sich viele Staaten einer solchen internationalen Gerichtsbarkeit nicht oder nur selten unterstellten.

"Eine internationale Rechtsordnung kann nur dann wirklich funktionieren, wenn die Urteile von allen Staaten auch akzeptiert und respektiert werden", mahnte der Theologe an. "Es kann aber nicht sein, dass nur dann Urteile oder Gutachten des Internationalen Gerichtshofs anerkannt werden, wenn sie den eigenen Interessen dienen."