17.07.2016

Südsudan lehnt Verstärkung von Friedenstruppen ab

epd

Frankfurt a.M. (epd). Trotz der gewaltsamen Auseinandersetzungen im Südsudan lehnt die Regierung eine Verstärkung der internationalen Friedenstruppen ab. Die bestehende UN-Blauhelmmission (Unmiss) mit rund 12.000 Soldaten sei ausreichend, sagte ein hochrangiger Diplomat laut einem Bericht des Senders BBC am Sonntag. In dem zentralafrikanischen Land eskalierte am vergangenen Wochenende die Gewalt. Seither wurden mehr als 300 Menschen getötet, darunter auch mehrere UN-Blauhelmsoldaten.

Der Konflikt im Südsudan stand im Zentrum eines Gipfeltreffens der Afrikanischen Union (AU) am Wochenende in Ruanda. Einem Vorschlag mehrerer ostafrikanischer Staats- und Regierungschefs, weitere Soldaten zu entsenden, hatte dem Bericht zufolge auch UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon bereits zugestimmt. Gründe für die Verweigerung der sudanesischen Regierung wurden nicht genannt.

Der Südsudan ist das jüngste Land Afrikas. Es wurde 2011 vom Sudan unabhängig. Seit dem Unabhängigkeitstag am 9. Juli liefern sich Anhänger von Präsident Salva Kiir wieder Gefechte mit Getreuen von Vizepräsident Riek Machar. Dabei schien im April ein fast zweijähriger Konflikt beigelegt. Beide Seiten machen sich gegenseitig für die jüngste Eskalation verantwortlich. Etwa 33.000 Menschen haben Zuflucht beim UN-Lager in der Hauptstadt Juba gesucht, verschiedene Länder haben ihre Bürger ausgeflogen.