19.11.2016

Militärbischof: "Stille Zeiten sind ein Segen für Herausforderungen der Gegenwart"

epd

Bamberg/Berlin (epd). Der evangelische Militärbischof Sigurd Rink (Berlin) hat das wachsende Angebot von "stillen Zeiten" als einen "Segen für die Herausforderungen der Gegenwart" bezeichnet. Das Leitmotiv der bayerischen Tourismus-Kampagne "stade Zeiten" sei ein "leuchtendes Vorbild" für den Sinneswandel bei vielen Menschen in Deutschland, sagte der Bischof am Samstagabend beim Jahresgottesdienst der Seelsorgestiftung Oberfranken in der St.-Stephans-Kirche Bamberg. Diesem neuen Tourismus komme es an auf Entschleunigung, Ruhe und innere wie räumliche Weite. Auch den Mitarbeitenden in der Kirche sollten mehr Auszeiten ermöglicht werden, empfahl Rink laut einer vorab verbreiteten Pressemitteilung.

In einer Welt, die aus den Fugen geraten sei, wo Länder vom Terror bedroht und Menschen ihrer Freiheitsrechte beraubt worden seien, sei es wichtig, dass sich Menschen ihrer Wurzeln bewusstwürden, sagte Rink. Der Militärbischof verwies in seiner Predigt auf die besondere Unterstützung für Soldatinnen und Soldaten, die nach Kriegserfahrungen in Afghanistan und anderen Krisenerlebnissen unter posttraumatischen Belastungsstörungen litten. Davon betroffen sind nach Worten Rinks rund 4.000 Bundeswehrangehörige. Die evangelische Militärseelsorge begleite die Soldaten in sogenannten Rüstzeiten, indem sie neue Erfahrungen der Stille in Freizeiten oder in geschützten Räumen machen könnten. Sigurd Rink ist seit 2014 evangelischer Militärbischof mit Sitz in Berlin. Verantwortlich ist er für 98 evangelische Militärseelsorger an 100 Standorten in Deutschland und im Ausland.

Die Marke "stade Zeiten" ist von der Bayern Tourismus Marketing GmbH vor einem Jahr gestartet worden. An den vielfältigen "Angeboten der Ruhe, Stille, Entschleunigung und Entspannung" beteiligt sich auch die bayerische evangelische Landeskirche. Die Tourismus-Seelsorge ist aktuelles Schwerpunktthema der evangelischen Seelsorgestiftung Oberfranken. Wie die Bayreuther Regionalbischöfin Dorothea Greiner bei dem Gottesdienst in Bamberg mitteilte, wurde aus Mitteln der Stiftung in diesem Jahr unter anderem die Ausbildung von Kirchenführern gefördert. 2017 soll die Seelsorge unter Geflüchteten im Fokus stehen.