03.05.2016

Konflikte: UN-Sicherheitsrat fordert Schutz von Hospitälern

New York/Genf (epd). Nach den schweren Angriffe in Syrien hat der UN-Sicherheitsrat den Schutz von Ärzten, Patienten und medizinischen Einrichtungen in bewaffneten Konflikten gefordert. Alle 15 Mitglieder des Sicherheitsrates stimmten am Dienstag in New York für eine entsprechende Resolution, die Deutschland und andere Länder unterstützen.

Medizinisches Personal, Patienten und Krankenhäuser müssten von den kriegerischen Auseinandersetzungen ausgenommen werden, heißt es in dem Text. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon begrüßte die Annahme der Resolution und verlangte eine Bestrafung der Täter und Verantwortlichen. Kurz vor der Abstimmung berichteten verschiedene Medien über einen Angriff auf ein weiteres Krankenhaus in der syrischen Stadt Aleppo, bei dem es Tote gegeben habe.

Joanne Liu, internationale Präsidentin von "Ärzte ohne Grenzen", verurteilte den schweren Angriff auf das Al-Kuds- Hospital in Aleppo in der vergangenen Woche, bei dem mehr als 50 Menschen getötet wurden. Es handele sich um einen  von vielen gezielten Angriffen auf medizinische Einrichtungen und medizinisches Personal, die sich in den vergangenen Jahren in Ländern wie Syrien, dem Jemen, der Ukraine, dem Südsudan oder Afghanistan ereignet hätten. 

Die Resolution des Sicherheitsrates müsse dazu führen, dass alle Staaten und nichtstaatlichen Akteure die Angriffe auf Krankenhäuser beendeten, forderte Liu. Medizinische Versorgung in Anspruch zu nehmen oder bereitzustellen, dürfe kein Todesurteil sein. Die Resolution war vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) und "Ärzte ohne Grenzen" angestoßen worden.

Auch Human Rights Watch begrüßte die Resolution des UN-Sicherheitsrates. Es sei an der Zeit, die verabscheuungswürdigen Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen zu beenden, erklärte der amtierende Gesundheitsdirektor der Menschenrechtsorganisation, Diederik Lohman, über Twitter. 2015 seien in 19 Ländern medizinische Einrichtungen angegriffen worden.