02.12.2016

Das Motto für 2017: Streit!

Ökumenische Friedensdekade
02.12.2016
Ökumenische Friedensdekade

Das Gesprächsforum der Ökumenischen FriedensDekade hat auf seiner Tagung in Kassel am 28./29. November das Jahresmotto für das Jahr 2017 festgelegt. Mit dem Motto Streit!“, bewusst mit einem Ausrufezeichen versehen, möchte der Trägerkreis der Ökumenischen FriedensDekade zwei inhaltliche Aspekte aufgreifen. So soll das Motto auf die dringend notwendige Auseinandersetzung um die enormen finanziellen Zuwächse im bundesdeutschen Militärhaushalt hinweisen und für einen Ausbau ziviler Maßnahmen der Konfliktbearbeitung „streiten“. Zugleich möchten die Initiatoren die Frage nach dem demokratischen Umgang mit anderen Meinungen auf dem Hintergrund zunehmender populistischer und nationalistischer Tendenzen in Deutschland und weltweit stellen und Wege zu einer demokratischen Streitkultur aufzeigen.

„Mehr noch als in der Vergangenheit scheint es notwendig, angesichts zunehmender Rüstungsausgaben für einen Ausbau ziviler Friedenspolitik zu streiten“, begründete Jan Gildemeister, Vorsitzender der Ökumenischen FriedensDekade e. V. und Geschäftsführer der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF), die Auswahl des Mottos. Zugleich gälte es auch, angesichts eines anwachsenden Populismus und eines zunehmenden Nationalismus eindeutig Position zu beziehen, wo Menschenrechte verletzt werden. „Mit dem Motto „Streit!“ wollen wir deutlich machen, das es nicht sein darf, Andersdenkende zu stigmatisieren oder auszugrenzen. Wir wollen dazu ermutigen, im Protest und Widerstand immer auch für den demokratischen Umgang miteinander zu wahren.“ Besonders auch die Menschen, die sich - aus welchen Gründen auch immer - von der Gesellschaft und der Politik ausgeschlossen oder nicht wahrgenommen fühlen, müssen bei allem Streit in der Sache mitgenommen werden. „Streit und Konflikte gehören zur Demokratie dazu, sind sogar Voraussetzung dafür“, so Gildemeister. Mit dem Motto und dessen inhaltlicher Ausgestaltung in den umfangreichen Bildungs- und Aktionsmaterialien, die von der Ökumenischen FriedensDekade jedes Jahr zum festgelegten Motto erstellt werden, soll auch im kommenden Jahr ein Beitrag zum Frieden und zur Beförderung einer demokratischen Streitkultur geleistet werden.

Trägerorganisationen der Ökumenischen FriedensDekade sind die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) in Bonn und die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Frankfurt. Im Planungsteam des Gesprächsforums Ökumenische FriedensDekade wirken u.a. Vertreterinnen und Vertreter der EKD und  evangelischer. Landeskirchen sowie VertreterInnen der Katholischen Kirche mit (wie pax christi, die aej, PRO ASYL, Aktion Sühnezeichen/Friedensdienste oder der Internationale Versöhnungsbund Dt. Zweig).