11.10.2016

Äthiopien zieht Anti-Terror-Truppe aus Somalia ab

epd

London/Nairobi (epd). Äthiopien hat erneut Truppen von einem strategisch wichtigen Stützpunkt im Nachbarland Somalia abgezogen. Die Aufgabe von el-Ali sei nach dem Beschuss der Basis erfolgt, berichtete der britische Sender BBC am Dienstag. Die islamistische Terrormiliz Al-Shabaab habe nun in dem Ort die Kontrolle übernommen. Nun könnten die Aufständischen große Teile der Region Hiran einnehmen.

Äthiopien hat Soldaten in Somalia stationiert, um Rebellen zu bekämpfen. Ein Teil der äthiopischen Soldaten gehört der 22.000 Mann starken Friedenstruppe der Afrikanischen Union an, andere sind auf Grundlage einer direkten Vereinbarung mit der somalischen Regierung im Einsatz. 

Seit einigen Wochen wird Äthiopien selbst von Unruhen erschüttert, die von der Volksgruppe der Oromo ausgingen. Die Regierung verhängte am Sonntag den Ausnahmezustand und machte ausländische Mächte wie Ägypten und Eritrea für die Unruhen verantwortlich. Die äthiopische Regierung von Ministerpräsident Hailemariam Desalegn wird für ihr hartes Vorgehen gegen friedliche Demonstranten kritisiert. Das war auch Thema beim Äthiopien-Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstag.

Vor einigen Wochen hatten die Äthiopier bereits den Ort Moqokori in Somalia aufgegeben. Im Juni hatte Al-Shabaab erklärt, 60 äthiopische Soldaten getötet zu haben. Die Terrormiliz kontrolliert weite Teile Somalias und versteht sich mehrheitlich als Teil des Terrornetzwerks  Al-Kaida. Ihr Ziel ist die Errichtung eines islamischen Staates.

Nach mehr als 20 Jahren Bürgerkrieg hat Somalia erst seit 2012 wieder eine international anerkannte Regierung unter Präsident Hassan Scheich Mohamud auf der Grundlage eine provisorischen Verfassung. Das Parlament besteht aus ernannten Mitgliedern. Machtkämpfe verhinderten wichtige Entscheidungen zum Wiederaufbau. Die für 2016 vorgesehenen Wahlen wurden abgesagt.