19.08.2015

In NRW bundesweit die meisten rechtsextremen Gewalttaten

epd
Düsseldorf/Berlin (epd). Die höchste Zahl rechtsextremer Gewalttaten entfällt im Ländervergleich nach Angaben des Bundesinnenministeriums auf Nordrhein-Westfalen. Mit 370 registrierten Delikten im vergangenen Jahr steht demnach NRW an erster Stelle, gefolgt von Berlin mit 111 und Sachsen mit 86 Fällen. Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Bundestagsanfrage der Grünen vor, die dem Evangelischen Pressedienst (epd) vorliegt. Bundesweit stieg die Zahl der rechtsextremistisch motivierten Gewalttaten von 837 im Vorjahr auf 1.029 im Jahr 2014. In Brandenburg wurden 73 rechtsextreme Gewaltdelikte registriert, in Bayern 68. Es folgen Thüringen mit 57, Niedersachsen mit 54 und Sachsen-Anhalt mit 47. Allerdings haben Nordrhein-Westfalen, Bayern und Niedersachsen jeweils sehr viel mehr Einwohner als die östlichen Bundesländer. Die Zahlen des Ministeriums zur rechtsextremen Gewalt hatten zunächst die "Mitteldeutsche Zeitung" in Halle und die "Berliner Zeitung" in ihren Dienstagsausgaben verbreitet. Gewaltdelikte aus dem linksextremen Spektrum blieben den Angaben nach mit bundesweit 1.664 Fällen auf annähernd hohem Niveau wie im Vorjahr (1.659). Rechtsextreme Gewalt gegen Migranten wurden laut Innenministerium bundesweit in 130 Fällen registriert. Fast die Hälfte dieser Übergriffe (47 Prozent) fanden in Berlin und den fünf ostdeutschen Ländern statt. Der Bevölkerungsanteil dieser Länder liege bundesweit aber nur bei knapp 17 Prozent, schrieben die Zeitungen. Damit ist die Zahl rassistisch motivierter Gewalttaten im Osten Deutschlands überproportional hoch. Die Aufklärungsquote politisch rechter Gewalt lag bundesweit im vergangenen Jahr bei 64 Prozent. In den vergangenen Monaten haben Übergriffe von Neonazis auf Flüchtlingsunterkünfte deutlich zugenommen. So wurden nach Angaben des Bundesinnenministeriums in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres rund 200 Delikte gezählt. Das sind in etwa so viele wie im gesamten vergangenen Jahr. Den Angaben nach wurden von den 202 Übergriffen in der ersten Jahreshälfte 173 Rechtsextremisten zugeordnet. 22 dieser 173 Angriffe waren Gewaltdelikte wie Körperverletzungen und Brandstiftungen.