05.12.2015

Katholischer Militärbischof: Politische Perspektiven nach Anti-IS-Einsatz nötig

epd
Essen (epd). Der katholische Militärbischof Franz-Josef Overbeck sieht für die geplante Beteiligung der Bundeswehr am Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" noch Klärungsbedarf. "Die Anwendung militärischer Gewalt ist ethisch immer ein schweres Übel und in einem hohen Maß legitimationsbedürftig", sagte Overbeck am Freitag in Essen. Nach der kirchlichen Friedenslehre dürfe die Anwendung militärischer Gewalt nur als "letztes Mittel" in Betracht gezogen werden und bedürfe zudem einer begründeten Aussicht auf Erfolg. Zudem müssten noch ungeklärte Fragen zur Strategie des Militäreinsatzes und zu den politischen Perspektiven im Nahen Osten danach beantwortet werden, forderte der Militärbischof. Oberstes Ziel müsse bleiben, dass sowohl der militärische Einsatz als auch die Gewaltbereitschaft aller Parteien schnellstmöglich ein Ende finden. Der Bundestag hatte am Freitag dem Einsatz der Bundeswehr im Kampf gegen den IS in Syrien zugestimmt. Mit der Mehrheit der Stimmen von Union und SPD verabschiedete das Parlament ein Mandat, das die Entsendung von bis zu 1.200 deutschen Soldaten vorsieht. Die Bundeswehr soll Möglichkeiten zur Aufklärung mit Tornados und Satelliten, zur Luftbetankung von Militär-Jets sowie Begleitschutz auf See zur Verfügung stellen. Das Mandat ist zunächst bis zum 31. Dezember 2016 befristet.