Gedenkorte für Verstorbene der Weltkriege

Kriegerdenkmäler in den Evangelischen Kirchen
Landeskirche Hannover
31.03.2015
Landeskirche Hannover

In diesem Jahr jährt sich der Ausbruch des 1. Weltkrieges zum 100. Mal, der des 2. Weltkrieges zum 75.Mal.

Zusammen mit unserer Landeskirche regen wir an, die Gedenkorte für die Verstorbenen der Weltkriege in den Gemeinden zu thematisieren. Das Gedenkjahr 2014 soll zum Anlass genommen werden, sich bewusst mit den Kriegsdenkmälern in der Nähe der Kirchen und Kapellen sowie mit Gedenktafeln in den Kirchen auseinander zu setzen.

Bilder, Symbole und Bibelzitate

Eine besondere Bedeutung kommt dabei den Inschriften, den Bildern und Symbolen und den verwendeten Bibelzitaten zu. Diese vermitteln oft eine Glorifizierung des Krieges und manche Bibelworte sind aus heutiger Sicht theologisch problematisch verwandt. Als Kirchengemeinde tragen wir eine Verantwortung, uns damit zu befassen.

Methoden und Beispiele

Einen solchen Prozess des Nachdenkens, möchten wir durch Arbeitshilfen, Unterrichtsentwürfe, Andachten  und Anregungen aus der landeskirchlichen Friedensarbeit begleiten. Wir freuen uns über Beispiele aus Gemeinden, die schon zu ihren Gedenkorten gearbeitet haben und entsprechende Ergebnisse zur Verfügung stellen können.

Mahnung zum gerechten Frieden

Aus seelsorgerlicher Sicht sollten die Gedenkorte ein Ort des Gedenkens bleiben und aus friedenstheologischer Sicht ein Ort der Mahnung zum gerechten Frieden, im Sinne des umfassenden biblischen Schalom, werden! Dabei ist uns wichtig: Die Gedenkorte sollten ein sichtbarer Ort der Trauer für alle Verstorbenen der Weltkriege sein, einschließlich der zivilen Opfer.

Aktuelle Ereignisse bedenken

Es sollte möglichst nicht bei einer historischen Betrachtung bleiben, sondern von da aus nach konkreten Wegen für einen gerechten Frieden vor Ort und in der Welt gesucht werden. Das Gedenken der Weltkriege und die aktuellen Kriegsereignisse des Jahres 2014 machen deutlich, dass wir als Kirche den Auftrag haben, mit allen unseren Möglichkeiten für den gerechten Frieden zu mahnen, zu beten und zu arbeiten.

Wenn möglich sollte das neue friedenstheologische Denken auch sichtbar werden. Eine Umgestaltung oder künstlerische Ergänzung wäre ein schwieriger aber ein gewiss auch lohnender Weg. So könnten wir auch für spätere Generationen prägend werden.

Der Volkstrauertag 2014 ist besonders geeignet, dieses Vorhaben in die Gemeinden zu tragen mit Abkündigungen, Gemeindebriefartikeln, Gottesdiensten und Andachten, die die Gedenkorte in den Mittelpunkt rücken.

So kann nochmals deutlich werden, dass der Volkstrauertag  aus unserer Sicht als „Friedens- Mahn –Tag“ zu verstehen und zu begehen ist.