26.09.2015

Deutschland muss sich für weltweites Verbot von Atomwaffen einsetzen

Dieter Junker
AGDF

Die evangelische Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) hat auf ihrer Mitgliederversammlung in Freiburg aus Anlass des Internationalen Tages für die Abschaffung von Atomwaffen (26. September) die Bundesregierung nachdrücklich aufgefordert, sich für ein weltweites Verbot und die Vernichtung von Atomwaffen einzusetzen. In Schreiben an Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen drückt die AGDF ihre Hoffnung aus, dass sich Deutschland dem von Österreich initiierten „Humanitarian Pledge“ anschließe und innerhalb der NATO für den Stopp der geplanten Modernisierung der US-Atomwaffen in Europa ebenso einsetze wie für den Abzug aller Atomwaffen aus Deutschland.

Hintergrund dieser Initiative sind die jüngsten Meldungen über die geplante Modernisierung der in Europa stationierten US-Atomwaffen wie auch der 70. Jahrestag der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki. Diese Jahrestage seien eine Mahnung, alles Mögliche zu tun, damit sich solche Tragödien nicht wiederholen würden, betonte die AGDF in Freiburg.

Dabei nahm der evangelische Friedensverband auch die in Büchel in der Eifel stationierten letzten US-Atomwaffen in Deutschland in den Blick. Obwohl der Bundestag im März 2010 deren Abzug gefordert habe, sollen sie nun durch eine zielgenauere Bombenversion ersetzt werden, kritisiert die AGDF.

Die AGDF verweist dabei auf eine im Rahmen der Überprüfungskonferenz des Atomwaffensperrvertrages im Mai 2015 auf Initiative Österreichs von 108 Regierungen geschlossenen Verpflichtung zur Humanität („Humanitarian Pledge“), mit der eine vollständige Vernichtung aller Atomwaffen weltweit gefordert wird. Nach Ansicht der AGDF ist ein solcher internationaler Verbotsvertrag für Atomwaffen die einzige Chance, einen Einsatz von Atomwaffen unmöglich zu machen, unterstrich die Mitgliederversammlung in Freiburg.

Die AGDF mit Sitz in Bonn ist ein Zusammenschluss von 33 Organisationen und Institutionen, die alle mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Arbeitsprogrammen im In- und Ausland Friedensarbeit leisten.