10.07.2015

Annäherung zwischen Atommächten Indien und Pakistan in Aussicht

epd
Dubai (epd). Zwischen den verfeindeten Atommächten Indien und Pakistan zeichnet sich eine Annäherung ab. Indiens Premier Narendra Modi nahm überraschend eine Einladung ins Nachbarland Pakistan an, wie indische und pakistanische Medien am Freitag berichteten. Modi traf beim Gipfel der Schwellenländer (Brics) im russischen Ufa mit dem pakistanischen Regierungschef Nawaz Sharif zusammen. Sharif lud den indischen Premier den Angaben zufolge für 2016 zu einer Südasien-Konferenz nach Islamabad ein. Es wird die erste Pakistan-Reise Modis sein, der seit gut einem Jahr Indien regiert. Bislang trat er als Hardliner gegenüber Pakistan auf. Das Verhältnis zwischen beiden Staaten ist seit der Unabhängigkeit vor bald 70 Jahren gespannt. Das Treffen in Ufa war die erste Begegnung Modis mit seinem pakistanischen Amtskollegen. Er hat sich bislang diplomatisch stark in Südasien engagiert und engere Beziehungen zu den Nachbarländern geknüpft, jedoch Pakistan dabei außer vor gelassen. Indien und Pakistan haben seit ihrer Unabhängigkeit von Großbritannien 1947 drei Kriege gegeneinander geführt. Beide Länder erheben Anspruch auf die Kaschmir-Region. Die knapp 3.000 Kilometer lange Grenze zwischen den beiden Staaten ist hochgesichert. Immer wieder kommt es zu Zwischenfällen. Modi hatte bei seinem Amtsantritt im Mai 2014 erklärt, er wolle sich um neue Friedensverhandlungen zwischen Indien und Pakistan bemühen und den Faden von Indiens Ex-Premier Atal Bihari Vajpayee wieder aufnehmen. Vajpayee und Sharif hatten 1999 die Lahore-Deklaration unterzeichnet, die ein nukleares Wettrüsten zwischen beiden Ländern unterbinden sollte. Doch drei Monate nach dem historischen Akt begann Pakistans mächtiges Militär einen feindlichen Vorstoß im indischen Kaschmir, der zu einer neuen kriegerischen Auseinandersetzung zwischen den beiden Ländern führte.