10.06.2014

Vorrang für Zivil in internationalen Friedensmissionen

Zum Tag des Peacekeepers würdigt Renke Brahms die Arbeit von Menschen in zivilen Missionen in Krisengebieten.
Dieter Junker
EKD
Ein Theaterstück zum Thema Konfliktbearbeitung bei einem Treffen von Friedensvermittlern

Christoph Püschner / Brot für die Welt

Ein Theaterstück zum Thema Konfliktbearbeitung bei einem Treffen von Friedensvermittlern

Der Friedensbeauftragte des Rates der EKD, Renke Brahms, hat zum heutigen „Tag des Peacekeepers“ die Arbeit von Menschen in internationalen Friedensmissionen gewürdigt. Dabei unterstrich Brahms, der auch der leitende Geistliche der Bremischen Evangelischen Kirche ist, den Vorrang des Zivilen in der Friedenspolitik. „Vorrang vor jeder militärischen Intervention muss die zivile Konfliktbearbeitung haben“, betonte der EKD- Friedensbeauftragte.

Zivile Konfliktbearbeitung ausbauen

In diesem Zusammenhang sprach sich Renke Brahms nachdrücklich dafür aus, die Instrumente einer zivilen Konfliktbearbeitung deutlich auszubauen. „Es gibt viele solcher Instrumente wie den Aktionsplan zivile Krisenprävention, Konfliktlösung und Friedenskonsolidierung oder das Zentrum für internationale Friedenseinsätze, sie sind aber kaum politisch verankert und finanziell im Gegensatz zur Bundeswehr unzureichend ausgestattet“, klagt der EKD-Friedensbeauftragte. Hier müsse das Parlament tätig werden, forderte er.

Kompetenzen kirchlicher Akteure

Auch viele kirchliche Akteure hätten auf diesem Feld Erfahrungen und Kompetenzen, betonte Renke Brahms und verwies beispielhaft auf das Werk für Diakonie und Entwicklung mit der Aktion „Brot für die Welt“ oder die Gruppe „Gewaltfrei handeln“, die seit vielen Jahren Friedensfachkräfte ausbildet. „Dies alles muss von Seiten der Politik stärker in den Blick genommen, aber auch stärker gefördert werden“, machte der EKD- Friedensbeauftragte deutlich.

Militiärisches Übergewicht

Kritisch sieht Renke Brahms nach wie vor das militärische Übergewicht bei Auslandseinsätzen. Nach Angaben der Bundesregierung beteiligte sich Deutschland 2012 mit rund 6000 Soldaten, etwa 450 Polizisten und knapp 200 zivilen Experten an Friedenseinsätzen unter internationalem und bilateralem Mandat. „Das ist ein Ungleichgewicht, das sich ändern muss“, ist der EKD-Friedensbeauftragte überzeugt.

Tag des Peackeepers

Am 11. Juni begeht die Bundesrepublik Deutschland den „Tag des Peacekeepers“. Hintergrund ist der „International Day of United Nations Peacekeepers“ am 29. Mai. Dabei werden in Berlin drei Soldaten, drei Polizisten und drei zivile Experten aus Friedenseinsätzen geehrt. Erstmals gab es 2013 in Deutschland einen solchen „Tag des Peacekeepers“. 

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