18.12.2014

Brahms: Weihnachten mahnt zum Frieden

Besonders schmerzlich sei für ihn gerade an Weihnachten die Gewalt im Heiligen Land.
DieterJunker

Auch wenn die Welt scheinbar noch weit vom in der Weihnachtsbotschaft verheißenen „Frieden auf Erden“ entfernt scheint, so ist es nach Auffassung des Friedensbeauftragten des Rates der EKD, Renke Brahms, eine bleibende Aufgabe von Christinnen und Christen, Mittel und Wege zu finden, um gegen Gewalt vorzugehen und für einen Frieden in Gerechtigkeit zu streiten. „Das Weihnachtsfest mahnt uns alle zum Frieden“, ist Renke Brahms, der auch der Leitende Theologe der Bremischen Evangelischen Kirche ist, überzeugt.

„Friede auf Erden“ habe das Motto der internationalen ökumenischen Friedenskonvokation vor drei Jahren in Jamaika gelautet. „Dabei wurde von Christen aller Konfessionen bekannt, dass Gewalt gegen den Willen Gottes ist und dass Gewalt keine Konflikte lösen kann. Und es wurde betont, dass Tag für Tag daran gearbeitet werden muss, den Ursachen von Gewalt vorzubeugen und sie zu vermeiden“, so der EKD-Friedensbeauftragte.

Besonders schmerzlich sei für ihn gerade an Weihnachten die Gewalt im Heiligen Land. „An Weihnachten blicken wir nach Bethlehem. Dort, wo die Engel bei der Geburt des Heilands den Frieden auf Erden verkündeten“, betont Renke Brahms. Doch in Israel und Palästina sei es noch ein weiter Weg zum Frieden, befürchtet er. Und keiner wisse, wann dieser kommen würde. „Dennoch muss alles getan werden, damit hier die Menschen in Frieden miteinander leben können, Israelis wie Palästinenser“, ist der EKD- Friedensbeauftragte überzeugt. Doch er weiß auch: „Einfache Lösungen gibt es hier nicht, und bis zu einem gerechten Frieden brauchen wir noch einen langen Atem.“

Welche Friedenskraft Weihnachten auf die Menschen ausüben könne, würden ihm aber die Geschehnisse im 1. Weltkrieg vor genau 100 Jahren zeigen. „Damals haben deutsche, britische und französische Soldaten gemeinsam an der Front Weihnachten gefeiert. Ein kleines Stück Frieden mitten im großen Sterben“, so Renke Brahms. Hier sei Weihnachten stärker gewesen als Gewalt und Krieg. „Hier war der Wunsch nach Frieden und Harmonie den Menschen wichtiger als die angebliche Feindschaft zwischen ihren Völkern“, betont der EKD-Friedensbeauftragte. Für ihn sei dieses Ereignis vor 100 Jahren daher ein Zeichen dafür, dass Friede auf Erden werden kann.

„Gewalt ist gegen den Willen Gottes, das bezeugen wir Christen. Darum sind wir alle nicht nur an Weihnachten dazu aufgerufen, uns einzusetzen gegen Gewalt und Krieg, damit auch heute wirklich Friede auf Erden werden kann“, unterstreicht Renke Brahms nachdrücklich.