05.11.2014

Brahms: Nicht mit Waffen oder Gewalt, sondern mit Gebeten und Kerzen

EKD-Friedensbeauftragter unterstreicht die Rolle der Kirchen
Dieter Junker
Die Gethsemane-Kirche in Berlin, in der DDR ein Zentrum der DDR-Opposition.

Dieter Junker

Die Gethsemane-Kirche in Berlin, in der DDR ein Zentrum der DDR-Opposition.

Der Friedensbeauftragte des Rates der EKD, Pastor Renke Brahms, hat an die Öffnung der Berliner Mauer vor 25 Jahren erinnert und die friedliche Revolution in der DDR als eine Verpflichtung Deutschlands bezeichnet, für Frieden und Versöhnung, für gewaltfreie Lösungen von Konflikten einzutreten und zu arbeiten. „Vor 25 Jahren sind Mauern gefallen und Blöcke zerbrochen und der Kalte Krieg hat sein Ende gefunden. Nicht mit Waffen und Gewalt, sondern mit Gebeten und Kerzen“, so Brahms, der darin ein Vorbild für viele Konflikte sieht.

„1989 hat gezeigt, dass Konflikte auch ohne Gewalt gelöst werden können. Dies war und ist ein großes Geschenk für unser Land“, betonte der EKD- Friedensbeauftragte, der auch der Leitende Theologe der Bremischen Evangelischen Kirche ist. Deutschland mit dieser besonderen Erfahrung einer gewaltfreien, friedlichen Revolution sei hier in der Verantwortung, daran angesichts zahlreicher Konflikte überall in der Welt immer wieder zu erinnern und entsprechend auch zu handeln, ist Brahms überzeugt.

Der EKD-Friedensbeauftragte unterstrich aber auch die Rolle der Kirchen bei dieser friedlichen Revolution vor 25 Jahren in der damaligen DDR. „Die evangelische Kirche bot in dieser Zeit Raum und Schutz für kritische Gedanken und friedlichen Protest. In der Nikolaikirche in Leipzig beispielsweise oder der Gethsemanekirche in Berlin konnten die, die in der Gesellschaft verstummten, frei den Mund aufmachen und sagen, was sie bewegt“, macht Renke Brahms deutlich. Doch auch die vielen Friedens- und Umweltgruppen, die nicht zuletzt ebenfalls im schützenden Umfeld der Kirchen entstanden, hätten viele Jahre lang wichtige Arbeit geleistet, damit die Revolution 1989 friedlich und gewaltfrei verlaufen sei.

„Am 9. November 1989 sind mit der Maueröffnung für viele Menschen Träume in Erfüllung gegangen und die Tatsache, dass der Kalte Krieg ohne Gewalt endete und die deutsche Wiedervereinigung so möglich wurde, das erscheint zu Recht vielen Menschen als ein Wunder, für das wir dankbar sein müssen“, so der EKD-Friedensbeauftragte Renke Brahms.