29.10.2014

Brahms: Gewalt mit Gewalt zu bekämpfen kann nicht die Lösung sein

Christen sind aufgefordert ihre Stimmen zu erheben
Dieter Junker
Geöffnete Handflächen im Gebet

Getty Images/Flickr RF/ Jeneil S

Geöffnete Handflächen im Gebet

Die Ökumenische Friedensdekade bietet nach Ansicht des Friedensbeauftragten des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Renke Brahms, eine gute Gelegenheit, sich als Christen angesichts der vielfältigen Krisen und Konflikte in der Welt zu Wort zu melden und deutlich Stellung zu beziehen. „Befreit zum Widerstehen ist ein ermutigendes Motto, das zeigt, dass Christen immer wieder gefordert sind, ihre Stimme zu erheben und auch zu widersprechen, wo es Not tut“, so Renke Brahms, der auch der leitende Geistliche der Bremischen Evangelischen Kirche ist.

2014 sei ein Jahr des Gedenkens und des Erinnerns, betonte der EKD- Friedensbeauftragte. „Vor 25 Jahren zeigten die Menschen in der DDR, darunter auch viele Christen, in einer friedlichen Revolution, dass Widerstehen erfolgreich sein kann“, macht Brahms deutlich. So seien Mauern gefallen und Blöcke zerbrochen, und der Kalte Krieg habe sein Ende gefunden. „Nicht mit Waffen und Gewalt, sondern mit Gebeten und Kerzen“, so der Theologe. Dies könne Beispiel für viele Konflikte sein.

Daneben werde in diesem Jahr an den Beginn zweier Weltkriege erinnert, die beispielloses Leid in die Welt gebracht hätten, sagte Renke Brahms. „Der Weltenbrand, der vor 100 Jahren begann, hat tiefe Spuren hinterlassen. Und der Zweite Weltkrieg, der von deutschem Boden aus vor 75 Jahren ausging, brachte Zerstörung und Grausamkeiten. Beide Kriege sind bleibende Mahnung an uns, nachdrücklich für den Frieden in der Welt einzutreten“, betont der EKD-Friedensbeauftragte.

Dies gelte gerade angesichts der aktuellen Konflikte im Nahen Osten, in Osteuropa oder in Afrika. Brahms: „Die Hoffnungen vor 25 Jahren auf eine friedliche Welt, als die Mauer fiel, sind längst der Ernüchterung gewichen. Kriege und Gewalt bestimmen wieder das Bild. Da dürfen wir Christen nicht schweigen, sondern müssen laut und deutlich unsere Stimme erheben.“

Der EKD-Friedensbeauftragte warnte davor, sich angesichts der schrecklichen Bilder aus Syrien und dem Irak, angesichts der nach wie vor herrschenden Kriegsgefahr in der östlichen Ukraine oder angesichts anderer Konflikte in der Welt nur von einer militärischen Logik treiben und leiten zu lassen. „Militärische Gewalt schafft keinen Frieden und löst keine Probleme,