Diakonie Katastrophenhilfe

Die Diakonie Katastrophenhilfe unterstützt gemeinsam mit ihren Partnerorganisationen vor Ort Menschen, die Opfer von Naturkatastrophen, Krieg und Vertreibung geworden sind und diese Notlage nicht aus eigener Kraft bewältigen können. Im Vordergrund stand die konkrete und umfangreiche Hilfe für Opfer der bewaffneten Konflikte in Syrien und im Irak, im Südsudan und in der zentralafrikanischen Republik. Neben der praktischen Hilfe richtet sich auch die politische Arbeit nach den internationalen humanitären Prinzipien:

Nach dem Prinzip der Menschlichkeit muss das vordringliche Motiv der humanitären Hilfe sein, die menschliche Not zu lindern. In diesem Sinne setzte sich die Diakonie Katastrophenhilfe in der Lobbyarbeit dafür ein, dass die außenpolitische „Verantwortung Deutschlands“ auch als solidarische Verpflichtung für die Menschen in Not verstanden wird und zu einer angemesseneren Berücksichtigung der langfristigen Gefährdungen und der finanziellen Ausstattung der humanitären Hilfe führt.

Nach dem Prinzip der Unparteilichkeit müssen alle Menschen in Not Hilfe gemäß ihrer Bedürftigkeit erhalten, egal zu welcher Gruppe sie gehören. Dies gilt nicht nur innerhalb einer humanitären Krise sondern auch im globalen Maßstab. Langanhaltende Konflikte mit vielen vertriebenen Menschen wie etwa in Kolumbien geraten oft aus dem Blickfeld. Deshalb setzt sich die Diakonie Katastrophenhilfe auch für diese „vergessenen Krisen“ ein und hat wesentlich dazu beigetragen, dass diese nun von Auswärtigem Amt und humanitären Hilfsorganisationen stärker beachtet werden.

Nach dem Prinzip der Unabhängigkeit muss humanitäre Hilfe nicht von anderen – sicherheitspolitischen, wirtschaftlichen oder anderen – Interessen abhängig sein. Deshalb hatte die Diakonie Katastrophenhilfe bereits dazu beigetragen, dass die humanitäre Hilfe zum ersten Mal im Koalitionsvertrag verankert wird und setzt sich gegenüber Parlament, Regierung und darüber hinaus weiterhin dafür ein, den Stellenwert der humanitären Hilfe als eigenständigen politischen Bereich zu erhöhen.

Nach dem Prinzip der Neutralität muss humanitäre Hilfe geleistet werden, ohne einer Konfliktpartei den Vorzug zu geben. Dies ist notwendig, um von allen Konfliktparteien respektiert zu werden - nur dann hat die humanitäre Hilfe eine Chance, den völkerrechtlich begründeten Zugang zu den Menschen, die am dringendsten Hilfe brauchen, auch zu realisieren. Die Diakonie Katastrophenhilfe hat sich deshalb gegen die Verwischung der Grenzen zwischen humanitärer Hilfe und Sicherheitspolitik z.B. im Nordirak oder in der Diskussion zu Interventionen in afrikanischen Ländern eingesetzt.

Kontakt / Ansprechpartner: 

Vertreten durch: Dr. Martin Quack, Beauftragter für humanitäre Hilfe/Humanitarian Policy Representative