Bevollmächtigter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland bei der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union

Als "Kirchendiplomat" ist der Bevollmächtigte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland bei der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union Bindeglied zwischen der evangelischen Kirche und den deutschen wie auch europäischen politischen Organen und Institutionen. Sein Dienstsitz befindet sich im Haus der EKD am Gendarmenmarkt in Berlin-Mitte. Für die direkten Kontakte zu den Organen der EU unterhält er eine Außenstelle in Brüssel, das dortige EKD-Büro. Der Bevollmächtigte unterrichtet den Rat der EKD über die aktuelle politische Lage und Entwicklung und vertritt gleichzeitig die Anliegen der evangelischen Kirche gegenüber den politischen Entscheidungsträgern und Verwaltungen der Bundesrepublik und der der EU. Seit 1. Oktober 2013 hat Prälat Dr. Martin Dutzmann das Amt des Bevollmächtigten inne.

Die Arbeitsweisen des Bevollmächtigten und seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind vielfältig und reichen von der inhaltlichen Begleitung von Gesetzgebungsprozessen, über persönliche Gespräche und Kontakte mit Politikern und Beamten in den Ministerien und Dienststellen des Bundes und der EU, Fachkonferenzen und Vorträgen bis hin zu Gesprächsforen. Im Wesentlichen geht es dabei um drei Zielsetzungen:

  • Der Bevollmächtigte nimmt eine sozialanwaltliche Rolle für Menschen wahr, deren Stimme in der Politik nur unzureichend gehört wird. Dies betrifft bestimmte Themen, die im politischen Diskurs eine Rolle spielen. Zum Beispiel aus den Bereichen der Sozial-, Arbeitsmarkt- oder Familienpolitik, Belange von Migranten und Flüchtlingen, die Entwicklungszusammenarbeit und ethische Fragestellungen etwa im Bereich des Lebensschutzes.

  • Daneben vertritt die Dienststelle des Bevollmächtigten die originären, institutionellen Interessen der evangelischen Kirche, die ihre Grundlagen hauptsächlich in den staatskirchenrechtlichen Regelungen des Grundgesetzes haben. Stichworte sind beispielsweise die Kirchensteuer, beamtenrechtliche Regelungen oder die Seelsorge in Bundeswehr und Bundespolizei.

  • Der Bevollmächtigte möchte aber auch Kirche in der und für die Politik sichtbar machen. So steht er als Gesprächspartner und Seelsorger für die Akteure des politischen Betriebs zur Verfügung. Andachten im Reichstagsgebäude, Gebetsfrühstücke und abendliche Gesprächskreise, bei denen aktuelle sozialethische und politische Themen diskutiert werden, gehören ebenso zu den Angeboten wie auch Gottesdienste zu besonderen politischen Anlässen, wie beispielsweise der Konstituierung des Bundestages und zu Gedenktagen.

Zur Pflege internationaler und ökumenischer Beziehungen unterhält die Dienststelle Kontakte zum Auswärtigen Amt und zu zahlreichen diplomatischen Vertretungen. Eine enge und vertrauensvolle Kooperation besteht mit dem Kommissariat der deutschen Bischöfe - Katholisches Büro - in Berlin. Gesprächspartner sind auch die Beauftragten anderer Kirchen und Vereinigungen am Sitz der Bundesregierung.

Kontakt / Ansprechpartner: 

Vertreten durch: Susanne Herkommer, Außenstelle Brüssel