19.03.2018

EAK: Pazifistische Stimme in der Kirche ist erforderlich

Dieter Junker
EAK

Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) will künftig verstärkt die vielfältigen Aktivitäten in der Friedensarbeit in den Landes- und Freikirchen in den Blick nehmen und Möglichkeiten des Erfahrungsaustausches zwischen den Akteuren innerhalb der EKD und der Freikirchen schaffen. Dies beschloss die EAK-Mitgliederversammlung in Frankfurt/Main und folgte damit einem Vorschlag des EAK-Vorstandes.

„In vielen Landes- und Freikirchen wird schon seit längerer Zeit sehr intensiv über friedensethische und friedenspolitische Fragen diskutiert. Diese gilt es zu beachten und auch in den öffentlichen Diskurs als Mahnung und Handlungsoption einzubringen“, unterstrich Dr. Christoph Münchow (Radebeul), der EAK-Bundesvorsitzende. Hier wolle die EAK einen Beitrag dazu leisten.

Angedacht ist dabei auch ein Austausch von Erfahrungen und Praxisbeispielen der Friedensarbeit zwischen den einzelnen Landes- und Freikirchen. Hier soll die EAK über Projekte und Vorhaben informieren, aber auch Hilfestellungen und Unterstützung anbieten, beschloss die Mitgliederversammlung.

Dem Beschluss von Frankfurt vorausgegangen war ein längerer Diskussionsprozess innerhalb der EAK über die künftigen Arbeitsschwerpunkte und Aufgaben des evangelischen Friedensverbandes. Dabei unterstrich die EAK die Bedeutung von Fragen der Gewissensfreiheit, der Gewissensbildung und der Friedenstheologie angesichts der aktuellen politischen Entwicklung. „Hier ist eine pazifistische Stimme sehr wichtig und erforderlich“, gab sich der EAK-Vorsitzende Münchow überzeugt.

Ein wichtiges Aufgabenfeld der EAK soll aber weiterhin auch das Thema Kriegsdienstverweigerung bleiben, national wie international. „Seit 2011, als die Wehrpflicht in Deutschland ausgesetzt wurde, haben viele Beratungseinrichtungen ihre Arbeit eingestellt. Darum leistet die EAK hier eine wichtige Arbeit für Menschen, die aus Gewissensgründen den Dienst mit der Waffe verweigern. Denn das Thema ist weiterhin aktuell“, unterstreicht der stellvertretende EAK-Bundesvorsitzende Wolfgang Buff (Frankfurt). Die EAK sei hier schon seit mehr als 60 Jahren tätig, und sie werde weiterhin die wichtige Lobby-Arbeit für Kriegsdienstverweigerer wahrnehmen, kündigte Buff an. Dabei soll auch die Situation von Kriegsdienstverweigerern weltweit in den Blick genommen werden.