13.03.2018

„Aufruf zur Nachfolge“ in Arusha verfasst

Ökumenischer Rat der Kirchen

Die Teilnehmenden der Konferenz für Weltmission und Evangelisation (CWME) des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), darunter auch der EKD-Friedensbeauftragte Renke Brahms (Bremen), haben am 13. März, dem letzten Tag der Konferenz, einen „Aufruf zur Nachfolge“ verfasst und verkündet. Mehr als 1.000 Menschen hatten sich in Tansania für die CWME versammelt. Sie alle engagieren sich in der Mission und Evangelisation und gehören verschiedenen christlichen Traditionen aus aller Welt an.

„Trotz einiger Hoffnungsschimmer waren wir mit todbringenden Kräften konfrontiert, die die Weltordnung erschüttern und vielen Menschen Leid bringen“, heißt es in der Erklärung. „Wir mussten klar erkennen, dass die schockierende Anhäufung von Reichtum durch ein einziges globales Finanzsystem einige wenige Menschen sehr reich und sehr viele sehr arm macht.“

Dieses weltweite imperiale System habe den Finanzmarkt zu einem Götzen unserer Zeit gemacht und die Kulturen der Vorherrschaft und der Diskriminierung gestärkt, die weiterhin Millionen von Menschen gesellschaftlich marginalisierten und ausschlössen, heißt es weiter in der Erklärung. „Die christliche Nachfolge ist sowohl eine Gabe als auch der Aufruf, proaktive Erfüllungsgehilfinnen und -gehilfen Gottes dabei zu sein, die Welt zu verwandeln“, formuliert die Erklärung und zählt dann die vielen Arten und Weisen auf, wie Menschen einem solchen Aufruf zu verwandelnder Nachfolge Folge leisten könnten.

„Wir alle sind aufgerufen, die frohe Botschaft Jesu Christi – die Fülle des Lebens, Buße für unseren Sünden und die Vergebung derselben, die Verheißung des ewigen Lebens – in einer von Gewalt geprägten Welt, in der Viele den Götzen des Todes geopfert werden und Viele das Evangelium noch nicht vernommen haben, in Wort und Tat zu verkünden“, ist eine dieser Arten, dem Aufruf Folge zu leisten. Eine andere: „Wir sind aufgerufen, das Wort Gottes in einer Welt zu vernehmen und zu verstehen, in der viele widersprüchliche, falsche und verwirrende Botschaft gesendet werden.“

Die Teilnehmenden sehen ihre Berufung auch darin, die Schöpfung Gottes zu bewahren und solidarisch zu sein mit den Völkern und Nationen, die der Klimawandel besonders hart trifft.

„Als Jüngerinnen und Jünger sind wir aufgerufen, in einer gerechten und integrativen Gemeinschaft, in unserem Streben nach Einheit und auf unserer ökumenischen Reise sowie in einer Welt, die auf Marginalisierung und Ausgrenzung aufbaut, zusammenzuhalten“, heißt es weiter in der Liste.

Der Aufruf von Arusha betont weiterhin, wie wichtig es sei, Mauern niederzureißen und nach Gerechtigkeit für jene Menschen zu streben, die enteignet und entrechtet und von ihrem Land vertrieben wurden, wie zum Beispiel Migrierende, Flüchtlinge und Asylsuchende, und sich neuen Grenzen zu widersetzen, die Menschen voneinander trennen und töten.

„Wir sind aufgerufen, den Weg des Kreuzes zu gehen, der Elitedenken, Privilegien für Einzelne und individuelle und strukturelle Formen von Macht missbilligt und moniert“, heißt es zum Schluss des Dokuments. „Wir sind aufgerufen, unser Leben im Lichte der Auferstehung zu gestalten, die hoffnungsvolle Möglichkeiten für Veränderung bietet.“