10.10.2017

Reformierter Bund beschließt Friedenserklärung

Georg Rieger
Reformierter Bund

Bei seiner Hauptversammlung in Moers hat der Reformierte Bund eine Erklärung besprochen, die an die Friedenserklärung von 1982 anschließt und auf die aktuellen Problemlagen zielt. Der Moderator des Bundes, Martin Engels, betonte in seiner Einbringung des Papiers, wie kompliziert und vielschichtig das Friedensthema geworden sei. Wie in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts werde die militärische Gewalt zu einem selbstverständlichen und oftmals unwidersprochenen Mittel zum Zweck. Deshalb sei ein deutliches Wort angebracht, um friedliebende Menschen zu stärken und den Zuspruch Gottes für alle Friedensbemühungen zu unterstreichen.

Die Friedenserklärung von 1982 habe damals in ihren sieben Thesen gefordert, der Logik der atomaren Bewaffnung mit einem Bekenntnis des Glaubens entgegenzutreten. Auch heute sei das Bekenntnis zu Jesus Christus, in dem Gott allen Menschen Frieden gewährt (These II), grundlegend für unsere friedenspolitische Ausrichtung, heißt es in dem Papier.

Das Moderamen habe bei der Besprechung des Textes gehofft, dass dieser nicht so schnell aktuell würde. Doch die zurückliegenden Wahlen hätten gezeigt, so Engels, dass die Angst und das Schüren von Ängsten zu einem Motiv politischer Entscheidungen würden. Dem sei das Vertrauen auf den Zuspruch Gottes und die Verheißung seines Friedens theologisch entgegenzusetzen. Alle glaubenden Menschen seien zu einer besonnenen Haltung befreit und müssten entsprechend darin ermutigt werden.

Die Erklärung geht an acht Leitsätzen entlang, die sich mit aktuellen Konflikten, Rüstungsexporten und den sogenannten Friedensmissionen der letzten Jahre beschäftigen. Am Ende steht ein Aufruf an die Kirchen und Gemeinden, ihre Räume für die Friedensarbeit zur Verfügung zu stellen und dabei auch die Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Gruppen zu suchen.

Der Anstoß zu der Erklärung kam im Dezember 2015 aus einer Diskussion im Moderamen nach den Luftangriffen auf Syrien. Es folgten Gespräche mit den beiden reformierten Kirchen. Der erste Entwurf wurde an die Mitglieder versandt und um Rückmeldung gebeten. Die Änderungsvorschläge waren zur Hauptversammlung eingearbeitet und wurden weitgehend in die Erklärung übernommen.