10.10.2017

Menschenrechtler: Trauma-Arbeit kann Frieden sichern

epd

Göttingen (epd). Anlässlich des internationalen Tags für seelische Gesundheit (10. Oktober) fordern Menschenrechtler mehr Hilfe für traumatisierte Menschen in Konfliktregionen. "Wenn Bürgerkriege und andere bewaffnete Konflikte langfristig gelöst werden sollen, muss es eine bessere psychologische Betreuung der Opfer von Vertreibungen, Mord, sexualisierter Gewalt und anderen schwersten Menschenrechtsverletzungen geben", sagte der Direktor der Gesellschaft für bedrohte Völker, Ulrich Delius, am Dienstag in Göttingen. Opfer und Täter dürften in ihrem Leid nicht alleingelassen werden. 

Trauma-Arbeit könne langfristig helfen, den Frieden zu sichern, betonte Delius. "Die Menschen bekommen wieder Vertrauen in sich und ihre Umgebung." Ohne dieses Vertrauen sei ein friedliches Zusammenleben zwischen Angehörigen unterschiedlicher ethnischer und religiöser Gruppen langfristig nicht möglich. 

Besonders dramatisch ist Delius zufolge die Lage traumatisierter Menschen in den Konfliktregionen des Südsudan und der Zentralafrikanischen Republik. Dort gebe es kaum psychologische Hilfe für die Opfer von Vergewaltigungen, Massenmorden und ethnischen Säuberungen. Auch die mehr als 500.000 Rohingya-Flüchtlinge, die in den vergangenen Wochen von Myanmar nach Bangladesch geflohen seien, bräuchten dringend psychologische Betreuung. 

Der Welttag für seelische Gesundheit findet jährlich am 10. Oktober statt. Er wurde 1992 von der World Federation of Mental Health (WFMH) mit Unterstützung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) initiiert.