12.11.2017

Frieden soll Schwerpunktthema der EKD-Synode 2019 werden

Dieter Junker
EKD

Im November 2016 forderte die EKD-Synode den Rat der EKD auf, über den Stand der friedensethischen Diskussion und die laufenden Projekte zu berichten. Diesen Bericht hat der Rat der EKD der Synode nun in Bonn vorgelegt. Eingebracht wurde er vom EKD-Friedensbeauftragten Renke Brahms, der mit dem Bericht den Vorschlag des Präsidiums der Synode einbrachte, die Friedensethik zum Schwerpunktthema der EKD-Synode im Herbst 2019 zu machen.

Renke Brahms wies in seinem Bericht vor der EKD-Synode darauf hin, dass sich die Weltlage seit 2007, als der Rat seine Friedensdenkschrift vorlegte, deutlich verändert habe. So hätten sich gewalttätige Konflikte und Kriege in den vergangenen Jahrzehnten von zwischenstaatlichen zu innerstaatlichen und überstaatlichen Konflikten gewandelt, neue Waffensysteme wie Drohnen wären hinzugekommen, Cyberkriege sind möglich geworden. Äußere und innere Sicherheit würden sichtbar zusammengehören, auch sein eine zunehmende Polarisierung sowohl nationaler wie internationaler Politik sei erlebbar. Eine weitere Gefahr bestehe in der zunehmenden Gewöhnung an eine militärische Logik, so Brahms: „Im Handeln der Bundesregierung und auch in der öffentlichen Debatte zeigt sich immer wieder der Fokus auf den militärischen Beitrag und vorrangiges Instrument der Sicherheits- und Außenpolitik.“

Der EKD-Friedensbeauftragte verwies auf die derzeitigen vier Prozessebenen in der EKD, bei denen es um die Friedensethik geht, so den Konsultationsprozess der FEST mit dem Titel „Orientierungswissen zum gerechten Frieden – Im Spannungsfeld zwischen ziviler gewaltfreier Konfliktprävention und rechtserhaltender Gewalt“, dann das Diskursprojekt „Dem Frieden in der Welt dienen“ der Evangelischen Akademien, die Berliner Friedenskonsultation sowie die in mehreren Landeskirchen laufenden Diskussionen um friedensethische Fragen.

Die neue Aktualität der Friedensfrage wie auch die laufenden Prozesse würden es daher nahe legen, dass sich auch die EKD-Synode mit diesem Thema schwerpunktmäßig befasse, betonte Renke Brahms. Ziel des Prozesses soll eine Erklärung und Selbstverpflichtung der Synode sein, in welchem Sinne sich die EKD als Kirche des gerechten Friedens versteht. Es geht darum, das Leitbild des gerechten Friedens in der Vielfalt der Bezüge zu entfalten: als geistliche Praxis und theologische Rechenschaft, als ethische Orientierung, in seiner politischen Relevanz, in ökumenischer Weite und ausgerichtet auf kirchliche Erneuerung.