18.07.2017

EKD-Friedensbeauftragter Renke Brahms: Peter Steudtner sofort freilassen

Dieter Junker
EKD
EKD-Friedensbeauftragter Renke Brahms

M. Ullrichs

EKD-Friedensbeauftragter Renke Brahms

Der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Renke Brahms, hat die sofortige Freilassung des Deutschen Peter Steudtner und der anderen Teilnehmer, die Anfang Juli bei einem IT-Workshop in Istanbul festgenommen wurden, gefordert. „Dies ist augenscheinlich der Versuch der türkischen Regierung, die Arbeit von Menschenrechtsorganisationen im Land zu unterdrücken und Bürgerrechtler weiter einzuschüchtern“, kritisierte Renke Brahms, der auch der Leitende Geistliche der Bremischen Evangelischen Kirche ist.

Peter Steudtner war am 5. Juli mit neun weiteren Personen in Istanbul festgenommen worden. Er und der Schwede Ali Gharawi leiteten dort für die niederländische Entwicklungsorganisation HIVOS einen Workshop zu IT-Management und den gewaltfreien Umgang mit Konflikten. Am 18. Juli hat ein türkischer Haftrichter nun wegen der angeblichen Unterstützung von Terrororganisationen die Untersuchungshaft angeordnet, die bis zu fünf Jahre dauern kann.

„Peter Steudtner hat sich als Friedensarbeiter in vielen Regionen der Welt immer wieder für die Zivilgesellschaft und eine zivile Konfliktlösung eingesetzt, so auch für Brot für die Welt oder andere Friedensverbände. Ihm die Unterstützung von Terrororganisationen, ja sogar die Vorbereitung eines Staatsstreiches in der Türkei vorzuwerfen, entbehrt jeder Grundlage“, ist Renke Brahms überzeugt. Er erwarte, dass das Verfahren gegen den Deutschen und die anderen Teilnehmer dieses Worshops unverzüglich eingestellt werde, so der EKD-Friedensbeauftragte. Und er forderte die Bundesregierung auf, sich umgehend für die Freilassung von Peter Steudtner und den anderen Menschenrechtlern einzusetzen. „Hier ist rasches und entschiedenes Handeln gefordert“, so Renke Brahms.