23.01.2017

EKD-Friedensbeauftragter: Der Stimme des gerechten Friedens wieder mehr Gehör verschaffen

Dieter Junker
Evangelische Friedensarbeit
Konferenz für Friedensarbeit im Raum der EKD in Wittenberg

Dieter Junker

Die Konferenz für Friedensarbeit bei ihrer Tagung 2017 in Wittenberg.

Der Stimme des gerechten Friedens trotz einer weltweiten Zunahme von Konflikten und Gewalt wieder mehr Gehör zu verschaffen, ist eine wichtige Aufgabe der evangelischen Friedensarbeit. Dies betonte der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Renke Brahms, bei der Konferenz für Friedensarbeit im Raum der EKD, die sich zu ihrer jährlichen Tagung in Wittenberg getroffen hat.

„In einer aus den Fugen geratenen Welt bedarf es eigentlich des Innehaltens. Und doch muss sich die evangelische Friedensarbeit hier zu Wort melden“, unterstrich der EKD-Friedensbeauftragte in Wittenberg. Die Welt sei unfriedlicher geworden, Konflikte würden Unsummen an Geld verschlingen, der neue Präsident der Vereinigten Staaten sorge für neue Unabwägbarkeiten, in Ost-Europa sei eine wachsende Militarisierung zu spüren und die Zahl der schrecklichen Terroranschläge würde steigen. Dies mache Wortmeldungen nötig, machte Renke Brahms deutlich.

Gerade im Jahr des Reformationsjubiläums wolle die evangelische Friedensarbeit beispielsweise mit einem Café #FriedensWege in Wittenberg oder beim Deutschen Evangelischen Kirchentag in Berlin und beim Kirchentag auf dem Weg in Magdeburg eigene Akzente setzen. „Hier erwarten wir deutliche Impulse für einen gerechten Frieden“, hofft Renke Brahms.

Dies habe es auch im vergangenen Jahr beim neuen Weißbuch der Bundesregierung zur Sicherheitspolitik und der Zukunft der Bundeswehr gegeben. „Hier hat die evangelische Friedensarbeit deutlich gemacht, dass unserer Auffassung nach in diesem Weißbuch zu viel von Sicherheit und zu wenig von Frieden die Rede ist“, merkte der EKD-Friedensbeauftragte an. 

Auch beim Prozess des Auswärtigen Amtes zur Entwicklung neuer Leitlinien der Bundesregierung für Krisenengagement und Friedensförderung werde sich die evangelische Friedensarbeit weiterhin einbringen, kündigte Renke Brahms an. Mehrere Stellungnahmen seien hier schon abgegeben worden, sagte er in Wittenberg. Und der EKD-Friedensbeauftragte betonte: „Wir stellen fest, dass der Rolle der Religionen hier eine größere Bedeutung beigemessen wird.“

Der EKD-Friedensbeauftragte begrüßte die zahlreichen Initiativen in den Landeskirchen, sich auf den Weg zu einer Kirche des gerechten Friedens zu machen. „Dieses Thema gewinnt eine Dynamik, die wir weiter fördern und nutzen wollen“, so Renke Brahms. Und er hofft: „Es wäre schön, wenn dies in einen synodalen Prozess auch bei der EKD mündet.“

Die Konferenz für Friedensarbeit im Raum der EKD kommt seit 2009 jährlich zu einer Tagung zusammen. Ihr gehören die Friedensbeauftragten der EKD-Gliedkirchen sowie Vertreter von EKD, kirchlichen Trägern der Friedensarbeit und damit verbundenen Institutionen an.