30.08.2015AGDF/EAK

Keine Konzerte der Bundeswehr in Kirchen

Dieter Junker
AGDF/EAK

Die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) und die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) kritisieren erneut die Konzerte von Musikformationen der Bundeswehr in Kirchen, die gerade in der Adventszeit verstärkt stattfinden. In Schreiben als Anlass des Antikriegstages (1. September) fordern die beiden evangelischen Friedensverbände die Kirchengemeinden auf, ihre Räume nicht für entsprechende Konzerte zur Verfügung zu stellen. „Wir wenden uns dagegen, dass die Kirchen eine Plattform bieten für die Öffentlichkeitsarbeit der Bundeswehr“, unterstreichen AGDF-Vorsitzender Horst Scheffler und EAK-Bundesvorsitzender Dr. Christoph Münchow. 

Wenn die Bundeswehr Konzerte in Kirchen durchführe, werbe sie damit zugleich auch für ihr militärgestütztes Sicherheitskonzept, befürchten die beiden Friedensverbände. „Sie nutzt dabei die besondere Ausstrahlung und Prägung des Kirchenraumes für ihre Öffentlichkeitsarbeit und bedient sich des positiven Ansehens der Kirche in weiten Teilen der Bevölkerung“, kritisiert Münchow. Auch vermuten AGDF und EAK in solchen Konzerten darin eine Möglichkeit der Nachwuchsgewinnung für die Bundeswehr angesichts der zunehmend problematischen Personalsituation bei den Streitkräften.

AGDF und EAK regen darüber hinaus an, in den Kirchengemeinden, wo bereits solche Militärkonzerte stattgefunden haben, einen Diskussionsprozess über die Rolle des Militärs in der deutschen Politik und über das Verhältnis von Kirche und Militär zu führen sowie zur Frage, in welcher Weise die vorrangige Option für zivile, nicht militärische Konfliktlösungen in Kirchgemeinde und der Öffentlichkeit  bekanntgemacht und diskutiert wird. „Wir brauchen eine kritische Auseinandersetzung aufgrund unterschiedlicher Sicherheitskonzepte“, betont Horst Scheffler. Und in der Friedensdenkschrift habe sich die Evangelische Kirche in Deutschland vorrangig für gewaltfreie Konfliktbearbeitung ausgesprochen, um kriegerische Auseinandersetzungen zu vermeiden, fügt der AGDF-Vorsitzende hinzu.